Markus Abbassi erweitert seine Investmentaktivitäten im Bereich digitaler Vermögenswerte um Bitcoin-Mining. Der Krypto-Experte und Dozent für Crypto Finance an der Hochschule Luzern arbeitet dafür mit dem Hamburger Colocationanbieter Qubite International zusammen. Über seine Nexirion AG will Abbassi Kapitalmarktstrategie und Rechenzentrumsinfrastruktur miteinander verbinden.
Beim Mining stellen Betreiber dem Bitcoin-Netzwerk Rechenleistung zur Verfügung. Als Gegenleistung erhalten sie anteilig neu erzeugte Bitcoin sowie Transaktionsgebühren. Für die Wirtschaftlichkeit sind allerdings mehrere Faktoren entscheidend: Neben Bitcoin-Preis und verfügbarer Rechenleistung spielen der Wettbewerb im Netzwerk sowie Strom-, Hosting- und Wartungskosten eine zentrale Rolle.
Qubite betreibt Rechenzentren in Abu Dhabi und übernimmt nach eigenen Angaben Installation, Hosting, Monitoring und Wartung der Mining-Hardware. Als wesentlichen Standortvorteil nennt das Unternehmen die Energiekosten. Der interne Strompreis liege in den Emiraten zwischen drei und neun Cent je Kilowattstunde. Zum Vergleich nennt Qubite für Deutschland eine Spanne von 15 bis 39 Cent.
Bitcoin-Mining als antizyklische Kapitalanlage
Abbassi versteht Mining vor allem als Aufgabe der Kapitalallokation. Verfügbare Mittel sollen demnach nicht automatisch in zusätzliche Rechner investiert werden. „Je nach Marktphase kann es wirtschaftlich sinnvoller sein, Reserven zu halten oder produzierte digitale Assets im Treasury zu belassen“, erklärt Abbassi. „Sinken Hardwarepreise und verbessern sich die Einstiegskonditionen, lässt sich mit demselben Kapital mehr produktive Rechenleistung aufbauen.“
Damit ähnelt das Modell klassischen zyklischen Geschäftsmodellen: Investoren sind nicht ausschließlich von der Kursentwicklung des Bitcoin abhängig, sondern beteiligen sich an einem operativen Geschäft mit Hardware, laufenden Kosten, Erlösen und Cashflows. Gleichzeitig bleibt die Wirtschaftlichkeit stark von Bitcoin-Preis, Netzwerkwettbewerb, Energiekosten und technischer Verfügbarkeit abhängig.
Mit zunehmendem Investitionsvolumen soll eine bestehende Infrastruktur zudem Skaleneffekte ermöglichen. Beschaffung, Hosting, Monitoring, Wartung und Risikomanagement müssen bei einer Erweiterung nicht vollständig neu aufgebaut werden. Zusätzliches Kapital kann dadurch schneller in weitere Rechenleistung fließen.
Infrastruktur ergänzt das Bitcoin-Exposure
„Wer Bitcoin ausschließlich als Coin betrachtet, sieht nur einen Teil des Investment Cases. Mining eröffnet die Möglichkeit, Kapital in produktive Infrastruktur zu lenken und den Marktzyklus sowohl auf der Ertragsseite als auch beim Einkauf von Hardware zu nutzen. Mit Qubite haben wir einen Partner, der diese Logik operativ abbilden und mit wachsendem Kapital skalieren kann“, erklärt Abbassi.
Tajo Adler, Mitgründer von Qubite International, ergänzt: „Unsere Kooperation verbindet zwei Bereiche, die im professionellen Mining zusammengehören, aber im großen Kontext noch zu wenig Aufmerksamkeit erhält. Dabei sorgen eine klare Investmentlogik und eine Infrastruktur, die diese Strategie zuverlässig übersetzt und umsetzt, für eine ganzheitliche Anlagestrategie.“















