Rund 110 Vertreter aus mehr als 20 EU-Staaten haben beim Annual Meeting des europäischen Vermittlerverbands BIPAR am 18. und 19. Juni in Dublin über aktuelle Regulierungsinitiativen und Zukunftsthemen der Versicherungsvermittlung beraten, berichtet der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK). Der BVK brachte sich demnach in zentrale Diskussionen zu der EU-Kleinanlegerstrategie (Retail Investment Strategy, RIS), der Financial Data Access Regulation (FIDA), finanzieller Bildung und der Bedeutung persönlicher Beratung ein.
Ein Schwerpunkt der Gespräche war die RIS. Der BVK wertete die Aussage von John Berrigan, Generaldirektor der EU-Generaldirektion für Finanzstabilität, Finanzdienstleistungen und Kapitalmarktunion (FISMA), als positives Signal, wonach kein generelles Provisionsverbot vorgesehen sei. Gemeinsam mit BIPAR betonte der Verband erneut, dass wirksamer Verbraucherschutz ohne persönliche Beratung nicht möglich sei und Einschränkungen bei der Provisionsvergütung negative Auswirkungen haben könnten.
Endgültige RIS-Verabschiedung im November
Auch gegenüber Valérie Mariatte-Wood, Head of Consumer Protection (Verbraucherschutz) bei der europäischen Aufsichtsbehörde EIOPA, machte der BVK seine Position deutlich. Die im Rahmen der RIS vorgesehenen „Value for Money“-Kriterien müssten verhältnismäßig und praxistauglich ausgestaltet werden, damit Vermittler ihre Leistungen weiterhin uneingeschränkt erbringen können.
Inzwischen hat der Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments (ECON) die RIS angenommen, berichtet der BVK. Damit sind die Trilogverhandlungen abgeschlossen. Die endgültige Verabschiedung der RIS durch das Europäische Parlament ist für den 11. November vorgesehen.
Bei FIDA, dem geplanten Rechtsrahmen für einen kontrollierten und standardisierten Austausch von Finanzdaten, sieht der BVK „weiterhin Klärungsbedarf“, ohne auf Details einzugehen.
Finanzbildung als gemeinsames Anliegen
Ein weiterer Schwerpunkt des Treffens war die finanzielle Bildung. Der BVK sprach sich dafür aus, finanzielle Grundkenntnisse bereits in frühen Lebensphasen stärker zu fördern. Vermittler würden schon heute einen wichtigen Beitrag zur Finanzbildung leisten und sollten deshalb stärker in nationale Bildungsstrategien eingebunden werden.
Das Treffen machte zugleich deutlich, welchen Einfluss europäische Regulierungsvorhaben auf die Versicherungsvermittlung haben. Entsprechend wichtig bleibt für den BVK die Interessenvertretung auf europäischer Ebene in Zusammenarbeit mit BIPAR. Im Lenkungsausschuss des Dachverbands vertritt BVK-Vizepräsident Gerald Archangeli die Interessen der deutschen Vermittlerschaft.













