DIHK warnt: Wirtschaftswachstum Deutschland 2026 bleibt fragil

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Industrielles Manometer mit steigendem Zeiger, dessen gesprungenes Glas von einem Holzkeil gestützt wird.
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Der DIHK-Stimmungsindex klettert auf 94,7 Punkte - bleibt aber klar unter dem langjährigen Mittelwert von 110.

Die DIHK hat am 5. November 2026 ihre Herbstumfrage vorgelegt: Das Geschäftsklima steigt, Investitionen und Jobs bleiben jedoch schwach. DIHK-Chefin Helena Melnikov spricht von einem „Aufschwung auf Pump“ - und auch bei den Prognosen zum Wirtschaftswachstum Deutschland 2026 liegen Verband und Bundesregierung auseinander.

Der Stimmungsindex der DIHK ist von 88,1 auf 94,7 Punkte gestiegen und liegt damit weiterhin deutlich unter dem langjährigen Mittel von 110 Punkten. Das zeigt die Konjunkturumfrage für den Herbst, die der Verband am 5. November 2026 vorgestellt hat. Auf dieser Basis hebt die DIHK ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum Deutschland 2026 auf ein Prozent an - und bleibt damit vorsichtiger als die Bundesregierung.

Datenbasis bilden etwa 23.500 Unternehmensantworten, die der Verband im Zeitraum vom 7. September bis zum 2. Oktober 2026 mithilfe von 79 Industrie- und Handelskammern gesammelt hat. DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov ordnet die Ergebnisse dennoch skeptisch ein: „Die Konjunktur gönnt uns eine Atempause, mehr aber auch nicht. Was wir derzeit sehen, ist ein Aufschwung auf Pump.“

Geschäftslage hellt sich auf, Erwartungen bleiben gedämpft

Bei der aktuellen Geschäftslage überwiegen die positiven Einschätzungen inzwischen knapp: 26 Prozent der Unternehmen bewerten sie als gut, 23 Prozent als schlecht. Der Saldo liegt damit bei plus drei Punkten, nachdem er im Frühsommer 2026 noch bei minus drei Punkten gelegen hatte.

Beim Blick nach vorn bleibt die Stimmung dagegen vorsichtig. Zwar verbessert sich der entsprechende Saldo für die kommenden zwölf Monate von minus 20 auf minus 13 Punkte. Dennoch rechnen weiterhin mehr Unternehmen mit einer Verschlechterung (28 Prozent) als mit einer Verbesserung (15 Prozent).

Investitionen und Beschäftigung bleiben die Schwachstellen

Auch die Investitionsneigung bleibt verhalten: Lediglich 24 Prozent der Betriebe planen, ihre Investitionssummen auszuweiten, während 30 Prozent sie zurückfahren wollen. Der Saldo klettert zwar von minus 11 auf minus sechs Punkte, bleibt aber negativ. Ähnlich zurückhaltend fallen die Personalpläne aus: Elf Prozent der Betriebe wollen Stellen aufbauen, 24 Prozent abbauen. Der daraus resultierende Saldo beträgt minus 13 Punkte, nachdem er im Frühsommer noch bei minus 14 Punkten gelegen hatte.

Auch die Exporterwartungen der Industrie drehen ins Plus: Der entsprechende Saldo steigt von minus 10 auf plus drei Punkte, da mittlerweile mehr Unternehmen mit steigenden (24 Prozent) als mit sinkenden Ausfuhren (21 Prozent) rechnen.

Indikator (Saldo)Frühsommer 2026Herbst 2026
Geschäftslage-3+3
Geschäftserwartungen-20-13
Investitionsabsichten-11-6
Exporterwartungen Industrie-10+3
Beschäftigungsplanung-14-13
Quelle: DIHK, Konjunkturumfrage Herbst 2026

Branchenübergreifend ergibt sich ein uneinheitliches Bild: Laut DIHK berichten Bau- und Dienstleistungsunternehmen von einer robusteren Geschäftslage, während der Handel weiterhin unter Druck steht und die Industrie sich mit ihren Werten allmählich der Nulllinie annähert.


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Energiepreise und Politik bleiben größte Risiken

Bei den größten Geschäftsrisiken stehen die Energie- und Rohstoffpreise an der Spitze. Dahinter folgen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen, die Arbeitskosten und die Inlandsnachfrage.

RisikoAnteil der Unternehmen
Energie- und Rohstoffpreise67 Prozent
Wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen58 Prozent
Arbeitskosten56 Prozent
Inlandsnachfrage54 Prozent
Quelle: DIHK, Konjunkturumfrage Herbst 2026

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Wirtschaftswachstum Deutschland 2026: DIHK und Bundesregierung uneinig

Auf Basis der Herbstumfrage erhöht die DIHK ihre Prognose für das Bruttoinlandsprodukt 2026 auf ein Prozent. Auch für 2027 geht der Verband von einem Wachstum in Höhe von einem Prozent aus. Damit fällt die Prognose vorsichtiger aus als jene der Bundesregierung.

Das Bundeswirtschaftsministerium hatte seine Herbstprojektion bereits am 8. Oktober 2026 veröffentlicht und darin die Wachstumsprognose für 2026 von bislang 0,5 Prozent auf 1,3 Prozent erhöht. Für 2027 erwartet das Ministerium 1,1 Prozent, für 2028 0,6 Prozent. Demnach befinde sich die deutsche Wirtschaft auf Wachstumskurs und habe sich widerstandsfähiger gezeigt als erwartet. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche schränkt allerdings ein, die Lage bleibe fragil.

Die DIHK-Prognose von einem Prozent liegt damit 0,3 Prozentpunkte unter der Regierungsprognose von 1,3 Prozent für das Wirtschaftswachstum Deutschland 2026.

Was die Umfrage für Berater abbildet

Zu Zinspolitik, Kreditvergabe oder konkreten Finanzierungskonditionen für Unternehmen enthält die DIHK-Mitteilung vom 5. November 2026 keine Angaben. Die Umfrage bildet in erster Linie Stimmung, Erwartungen und Investitionspläne der Realwirtschaft ab, nicht unmittelbar Finanzmarkt- oder Zinsdaten.

Für Berater und Vermittler ist deshalb vor allem relevant, dass die DIHK den Aufschwung ausdrücklich als staatlich finanziert und nicht selbsttragend einstuft. Ihre Prognose zum Wirtschaftswachstum Deutschland 2026 liegt zudem unter der Regierungsprognose.

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