Die Europäische Union erhöht den Druck auf Google, zentrale Funktionen seines Android-Betriebssystems für konkurrierende KI-Dienste zu öffnen. Hintergrund sind Vorgaben des Digital Markets Act, der großen Technologieunternehmen strengere Wettbewerbsregeln auferlegt.
Nach Angaben mit der Angelegenheit vertrauter Personen arbeiten EU-Aufsichtsbehörden derzeit an konkreten Feststellungen, welche Änderungen Google vornehmen muss. Ziel ist es, Anbietern wie ChatGPT oder Claude von Anthropic einen vergleichbaren Zugang zu Android-Funktionen zu ermöglichen wie Googles eigener KI-Dienst Gemini.
Die Entwürfe befinden sich noch in einem frühen Stadium, auch der Zeitpunkt einer Veröffentlichung ist offen. Offizielle Stellungnahmen dazu lehnten sowohl die Europäische Kommission als auch Google ab.
Zugang zu zentralen Android-Funktionen im Fokus
Im Kern geht es um die Frage, wie weit Google sein Ökosystem für Wettbewerber öffnen muss. Gemini kann bereits tief in Android integriert auf Funktionen zugreifen und mit verschiedenen Apps interagieren.
Die EU plant nun, konkrete Vorgaben zu machen, wie andere KI-Dienste einen ähnlich effektiven Zugang erhalten können. Dazu zählen unter anderem Sprachsteuerung, Suchfunktionen sowie die Einbindung in bestehende Anwendungen.
Damit soll verhindert werden, dass Google seine Marktstellung im Bereich mobiler Betriebssysteme nutzt, um eigene KI-Angebote zu bevorzugen und Wettbewerber zu benachteiligen.
Google warnt vor Risiken und möglichen Folgen
Google sieht die Pläne kritisch und verweist auf mögliche Nebenwirkungen. Bereits zu Beginn des Verfahrens äußerte das Unternehmen Bedenken, dass die Maßnahmen „den Datenschutz, die Sicherheit und die Innovation der Nutzer beeinträchtigen könnten“.
Der Konflikt ist Teil eines größeren transatlantischen Spannungsfelds. Auch in den USA stößt der Digital Markets Act auf Kritik. US-Präsident Donald Trump bezeichnete das Gesetz als ungerechtfertigte Maßnahme gegen amerikanische Unternehmen.
Sollte Google die künftigen Anforderungen nicht erfüllen, könnte die EU eine formelle Untersuchung einleiten. Diese wäre mit der Androhung weiterer Geldbußen verbunden. In der Vergangenheit verhängte Brüssel bereits Strafen in Höhe von rund 9,5 Milliarden Euro gegen den Konzern wegen Verstößen gegen Wettbewerbsregeln.












