Die geopolitische Entspannung im Nahen Osten und die Euphorie um den bevorstehenden Börsengang des Raumfahrtunternehmens SpaceX bestimmen das Geschehen an den US-Finanzmärkten. Der Broker IG taxierte den Leitindex Dow Jones Industrial gut eineinhalb Stunden vor dem Handelsauftakt mit einem Plus von 0,7 Prozent auf 51.191 Punkte. Auch der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 tendiert nach seinen deutlichen Vortagesgewinnen von über drei Prozent weiter freundlich und wird rund 0,6 Prozent höher bei 29.611 Punkten erwartet.
Für Zuversicht unter den Anlegern sorgen Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, der ein baldiges Rahmenabkommen mit dem Iran in Aussicht stellte. Da auch die iranische Seite von einem möglichen bevorstehenden Verhandlungsabschluss spricht, reagierten die Rohstoffmärkte mit nachgebenden Ölpreisen. Diese Entwicklung stärkt die Risikobereitschaft der Marktteilnehmer spürbar und sorgt für ein stabiles Fundament zum Wochenschluss.
Im Zentrum des Interesses steht der Börsengang der Weltraumfirma SpaceX von Elon Musk, der als das größte IPO der Finanzgeschichte gilt. Das Unternehmen, das unter anderem den Satelliteninternet-Dienst Starlink betreibt, veräußerte rund 555,6 Millionen Aktien zu einem Ausgabepreis von 135 Dollar. Durch dieses Emissionsvolumen fließen SpaceX rund 75 Milliarden Dollar an frischem Kapital zu. Mit einer rechnerischen Marktbewertung von 1,77 Billionen Dollar übertrifft das Unternehmen aus dem Stand etablierte Tech-Konzerne wie die Facebook-Mutter Meta.
SpaceX-Hype erfasst Raumfahrtsektor und Chiphersteller
Der Erfolg des Börsendebüts strahlt unmittelbar auf verwandte Branchen ab. Im vorbörslichen Handel verzeichneten zahlreiche Aktiengesellschaften aus den Segmenten Raumfahrt und Satellitentechnik deutliche Kurszuwächse. Die Wertpapiere von Unternehmen wie Astera Labs, Rocket Lab, Firefly, MDA Space und Viasat legten in der Spitze um mehr als fünf Prozent zu.
Abseits der Raumfahrtbranche stehen Halbleiterwerte im Fokus der Anleger. Die Aktien von Advanced Micro Devices gewannen vorbörslich 2,5 Prozent, gestützt durch eine positive Analysteneinschätzung der Citigroup. Analyst Atif Malik positioniert den Chipkonzern als langfristigen Gewinner des aktuellen Booms im Bereich der künstlichen Intelligenz. Während das Unternehmen bisher vor allem von der starken Nachfrage nach Hauptprozessoren profitierte, bescheinigt der Analyst dem Konzern nun auch erhebliche Wachstumschancen bei Grafikprozessoren, insbesondere durch potenzielle Großaufträge von Meta.
Gegen den freundlichen Markttrend bewegten sich die Anteilsscheine des Softwarekonzerns Adobe, die vorbörslich einen Rückschlag von sieben Prozent verkraften mussten. Auslöser für den Kursrückgang waren die jüngst vorgelegten Quartalszahlen sowie die Ankündigung eines Wechsels auf dem Posten des Finanzchefs. Zudem belastete ein gesenktes Ziel für die jährlich wiederkehrenden Umsätze die Stimmung der Marktteilnehmer. (fm/dpa-AFX)














