Gold-ETFs verzeichneten im Juli eine deutliche Trendwende: Nach zwei Monaten mit Abflüssen zogen die mit physischem Gold hinterlegten, börsennotierten Fonds wieder Kapital an. Laut Daten des World Gold Council (WGC) stiegen die globalen Bestände um 23,5 Tonnen (knapp 3 Mrd. US-Dollar). Diese Entwicklung signalisiert zurückkehrendes Investoreninteresse und fiel mit dem Ende der viermonatigen Verlustserie des Goldpreises zusammen, der inzwischen wieder die Marke von 4.200 US-Dollar überschritten hat.
Rückkehr taktischer Käufer und verhaltenes Nordamerika
Der WGC geht davon aus, dass Marktteilnehmer die zuvor niedrigeren Goldpreise nahe 4.000 US-Dollar je Unze als Wiedereinstiegspunkt nutzten, um ihre Portfolios zu diversifizieren. Dies bescherte dem Goldpreis im Juli ein Plus von rund 2 Prozent.
Während die Zuflüsse global breit abgestützt waren, fiel die Erholung in Nordamerika mit einem Plus von lediglich 0,3 Tonnen (71 Mio. US-Dollar) äußerst verhalten aus. Dieser geringe Zuwachs reichte nicht aus, um das bisherige Jahresdefizit nennenswert zu verringern. Damit bleibt Nordamerika weiterhin die einzige Region, die im laufenden Jahr Nettoabflüsse verzeichnet.
Europa dominiert im Juli, Asien bleibt stärkster Jahrestreiber
Angeführt wurde der globale Bestandsaufbau von europäischen Anlegern. In Europa gelistete Gold-ETFs verzeichneten im Juli Zuflüsse von 17,3 Tonnen (2 Mrd. US-Dollar), was den zweitstärksten Monat des Jahres für diese Region markierte. Besonders stark war die Nachfrage in Großbritannien und der Schweiz, die seit Jahresbeginn zusammen rund 5 Mrd. US-Dollar einsammeln konnten. Der WGC erkennt hier ein zyklisches Muster: Wie bereits früher im Jahr bauten europäische Investoren ihre Positionen nach Phasen deutlicher Marktschwäche gezielt wieder auf.
In Asien verlangsamte sich die Nachfrage im Juli zwar, blieb mit einem Plus von 4,8 Tonnen (616 Mio. US-Dollar) aber auf Wachstumskurs. China führte die regionalen Gewinne an, getrieben durch die Suche nach „sicheren Häfen“ nach deutlichen Einbrüchen am Aktienmarkt und sinkenden lokalen Renditen. Während Indien moderate Zuflüsse verbuchte, erlitten japanische ETFs aufgrund steigender lokaler Renditen Abflüsse.
Insgesamt zeigt der Markt eine veränderte Dynamik: Seit Jahresbeginn summierten sich die weltweiten Nettozuflüsse in Gold-ETFs auf 11 Mrd. US-Dollar (39 Tonnen). Trotz des starken europäischen Julis bleiben asiatische Fonds in der Jahresbilanz der größte Treiber der ETF-Bestände.
Autor Björn Junker ist Chefredakteur von Goldinvest.de und seit über 15 Jahren Wirtschaftsjournalist mit Schwerpunkt Edel-, Basis- und Batteriemetalle.













