Die Gewinnwarnung von Beiersdorf sorgt an der Börse für Aufmerksamkeit. Auslöser ist vor allem die schwächere Entwicklung der Kernmarke Nivea. Der DAX-Konzern erwartet für das laufende Geschäftsjahr nun einen organischen Umsatzrückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich und rechnet auch bei der operativen Marge mit einer schwächeren Entwicklung als bislang angekündigt.
Die Aktie reagierte mit deutlichen Kursverlusten. Betroffen sind jedoch nicht nur Aktionäre von Beiersdorf. Auch viele ETF-Anleger halten den Konsumgüterkonzern in ihrem Depot, ohne sich dessen bewusst zu sein.
Nivea entwickelt sich schwächer als erwartet
Nach Angaben des Unternehmens belasten vor allem die anhaltend schwache Konsumstimmung, eine geringere Nachfrage in wichtigen Absatzmärkten und die langsamer als erwartete Erholung von Nivea das Geschäft. Die strategische Neuausrichtung der Marke bleibe zwar oberste Priorität, werde aber mehr Zeit benötigen, bis sie sich in den Geschäftszahlen widerspiegele.
Für Investoren ist das eine überraschende Entwicklung. Nivea galt über Jahre als verlässlicher Wachstumstreiber und stand für stabile Erträge. Der aktuelle Rückschlag zeigt, dass selbst etablierte Konsumgütermarken unter einem schwachen Konsumumfeld leiden können.
Warum die Gewinnwarnung auch ETF-Anleger betrifft
Viele Privatanleger investieren automatisch in Beiersdorf, weil die Aktie Bestandteil wichtiger Indizes ist. Wer regelmäßig einen DAX-ETF oder einen europäischen Aktien-ETF bespart, besitzt den Konzern häufig bereits indirekt.
| ETF oder Fonds | Beiersdorf enthalten? |
|---|---|
| DAX-ETF | Ja |
| MSCI Germany ETF | Ja |
| MSCI Europe ETF | Ja |
| STOXX Europe 600 ETF | Ja |
| ESG-ETFs | Häufig ja |
| Deutschlandfonds | Meist ja |
| Qualitäts- und Dividendenfonds | Oft ja |
Damit investieren ETF-Sparer automatisch in Unternehmen wie SAP, Siemens, Allianz und eben auch Beiersdorf.
Wie stark belastet Beiersdorf einen ETF?
Für die meisten Anleger fällt der Effekt gering aus. ETFs bilden einen kompletten Index nach und verteilen das Risiko auf zahlreiche Unternehmen. Kursverluste einzelner Aktien wirken sich deshalb meist nur begrenzt auf die Gesamtentwicklung aus.
Beiersdorf gehört zwar zu den bekannten DAX-Unternehmen, zählt jedoch nicht zu den größten Indexschwergewichten. Entsprechend bleibt der Einfluss auf breit gestreute ETFs überschaubar.
| Szenario | Möglicher Effekt auf den ETF |
|---|---|
| Beiersdorf verliert zehn Prozent | Je nach Indexgewichtung sinkt der ETF meist nur um wenige Hundertstel bis Zehntelprozentpunkte. |
| Beiersdorf verliert 20 Prozent | Auch dann bleibt der Einfluss auf breit diversifizierte ETFs in der Regel begrenzt. |
Für langfristige ETF-Sparer verändert eine Gewinnwarnung eines einzelnen Unternehmens deshalb normalerweise nichts an der grundsätzlichen Anlagestrategie.
Warum Nivea für Anleger trotzdem wichtig bleibt
Die Entwicklung von Nivea besitzt für Beiersdorf eine besondere Bedeutung. Die Marke ist der wichtigste Umsatz- und Ergebnistreiber im Consumer-Geschäft des Konzerns.
Bereits im ersten Quartal hatte Beiersdorf einen organischen Umsatzrückgang der Marke von sieben Prozent gemeldet. Gleichzeitig entwickelte sich das Derma-Geschäft mit Marken wie Eucerin und Aquaphor deutlich besser und konnte die Schwäche teilweise ausgleichen.
Mit der gesenkten Jahresprognose wird nun deutlich, dass die erhoffte Erholung von Nivea langsamer verläuft als erwartet. Entsprechend dürfte der Kapitalmarkt die Fortschritte der Markenstrategie in den kommenden Quartalen genau verfolgen. Gelingt eine Stabilisierung, könnte das auch die Entwicklung der Beiersdorf-Aktie unterstützen.
Aktiv gemanagte Fonds können stärker betroffen sein
Während sich der Einfluss auf klassische ETFs meist in Grenzen hält, kann die Gewinnwarnung bei aktiv gemanagten Fonds deutlicher ins Gewicht fallen.
Vor allem Deutschlandfonds, Konsumgüterfonds sowie Qualitäts- und Dividendenfonds gewichten Beiersdorf teilweise deutlich höher als ein Index. Dort können Kursverluste der Aktie die Wertentwicklung entsprechend stärker beeinflussen.
Ein Blick in die aktuellen Fondsbestände kann deshalb sinnvoll sein.
Sollten ETF-Anleger jetzt handeln?
Für langfristig orientierte ETF-Anleger besteht nach derzeitigem Stand kein unmittelbarer Handlungsbedarf. Die breite Diversifikation sorgt dafür, dass schwächere Einzelwerte häufig durch besser laufende Unternehmen ausgeglichen werden.
Entscheidend wird vielmehr sein, ob die Probleme bei Beiersdorf auf den Konzern beschränkt bleiben oder ob weitere europäische Konsumgüterhersteller ihre Prognosen senken müssen. Nach den bisherigen Unternehmensangaben sprechen die Ursachen vor allem für unternehmensspezifische Herausforderungen rund um die Neuausrichtung von Nivea sowie die verhaltene Konsumnachfrage.
So prüfen Anleger, ob ihr ETF Beiersdorf enthält
Die meisten ETF-Anbieter veröffentlichen ihre Portfolios täglich.
Anleger können mit wenigen Schritten prüfen, ob Beiersdorf enthalten ist:
- ETF auf der Website des Anbieters aufrufen.
- Den Bereich „Portfolio“, „Bestände“ oder „Holdings“ öffnen.
- Nach „Beiersdorf“ suchen.
- Die Gewichtung der Aktie prüfen.
Je geringer der Anteil der Aktie am Fondsvermögen ist, desto kleiner fällt auch der Einfluss von Kursverlusten auf die Gesamtentwicklung aus.
Warum Nivea derzeit besonders im Fokus steht
Die Aufmerksamkeit erklärt sich nicht allein durch die Gewinnwarnung. Vielen Verbrauchern ist die Marke Nivea deutlich bekannter als der Konzern Beiersdorf. Entsprechend suchen derzeit zahlreiche Anleger nach Begriffen wie „Nivea Krise“, „Nivea Verluste“, „Warum fällt die Beiersdorf-Aktie?“ oder „Beiersdorf Prognose“.
Dabei ist die Situation differenziert. Nivea schreibt nicht eigenständig Verluste. Vielmehr entwickelt sich die Marke schwächer als erwartet und belastet dadurch die Geschäftsentwicklung des Gesamtkonzerns. Gleichzeitig wächst das Derma-Geschäft mit Marken wie Eucerin und Aquaphor weiter und federt einen Teil der Belastungen ab.













