Die Europäische Zentralbank hat die Leitzinsen auf ihrer Juli-Sitzung erwartungsgemäß bei 2,25 Prozent belassen. Für den Immobilienfinanzierungsmarkt hat diese Entscheidung jedoch kaum direkte Relevanz – maßgeblich sind andere Faktoren.
Jörg Utecht, Vorstandsvorsitzender der Interhyp Gruppe, sieht die EZB-Entscheidung gelassen: „Die Entscheidung der EZB für eine Zinspause im Juli war vom Markt erwartet worden. Auf die Bauzinsen hat die EZB-Entscheidung keine direkten Auswirkungen.“
Ausschlaggebend für die Entwicklung der Bauzinsen waren zuletzt geopolitische Spannungen. Utecht: „Wir haben zuletzt gesehen, wie sensibel die Bauzinsen auf geopolitische Spannungen im Nahen Osten reagiert haben: Die steigenden Renditen für Staatsanleihen haben die Zinsen für zehnjährige Darlehen wieder in Richtung der Marke von vier Prozent steigen lassen.“
Seitwärtsbewegung bei Bauzinsen erwartet
Inzwischen hat sich die Lage vorerst beruhigt. „Mittlerweile beobachten wir eine Seitwärtsbewegung auf dem aktuellen Niveau, die in den kommenden Wochen anhalten dürfte“, so Utecht. Wer die Zinsentwicklung bei Baufinanzierungen frühzeitig einschätzen möchte, sollte laut Interhyp weniger auf die EZB als auf die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen und die Swap-Sätze achten. Deren Bewegung bildet die Richtung der Bauzinsen in der Regel früher ab als geldpolitische Entscheidungen der Notenbank.
Als weiterer Stellhebel gilt in der aktuellen Marktphase das Eigenkapital. In einem Zinsumfeld von knapp vier Prozent kann bereits eine moderate Erhöhung der Eigenkapitalquote den Beleihungsauslauf so verbessern, dass Banken günstigere Konditionen gewähren.
Anbietervergleich gewinnt an Bedeutung
Hinzu kommt, dass Banken in Phasen der Marktneuordnung unterschiedlich schnell auf Zinsveränderungen reagieren – was Spielraum für Konditionen schafft, die über einen detaillierten Marktvergleich erschlossen werden können.












