EZB-Sitzung im Juni rückt für Finanzierungskunden in den Fokus

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Symbolbild (KI-generiert).

Energiepreise treiben die Inflation wieder an, während Löhne und Kernteuerung moderat bleiben. Für Baufinanzierungen bedeutet das: Die Zinsen bewegen sich noch seitwärts, doch die Ruhe könnte trügen. Ein bestimmter Termin könnte entscheidend sein. Eine Einschätzung des Maklerpools Qualitypool.

Die Inflation zieht wieder an. In Deutschland lag die Teuerungsrate im April vorläufig bei 2,9 Prozent, im Euroraum bei rund drei Prozent. Haupttreiber sind die Energiepreise, die zuletzt zweistellig zulegten. Gleichzeitig bleibt die Kerninflation in Deutschland mit 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr vergleichsweise moderat. Auch der EZB-Lohnindikator signalisiert mit erwarteten tariflichen Zuwächsen von etwa 2,6 Prozent bislang keine ausgeprägte Lohn-Preis-Spirale.


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Für die Europäische Zentralbank entsteht damit nach Einschätzung des Maklerpools Qualitypool eine gemischte Lage. Die Energiepreise und steigende Inflationserwartungen erhöhen den Handlungsdruck, während Löhne und Kerninflation kurzfristig Spielraum lassen.

EZB-Erwartungen bewegen die Zinsmärkte

Die nächste EZB-Sitzung am 11. Juni rücke deshalb stärker in den Fokus. Am Markt könnte eine erste Leitzinserhöhung eingepreist werden. Auch in den USA bleibt die Lage uneinheitlich: Die Fed ließ den Leitzins zuletzt unverändert, intern gibt es aber unterschiedliche Einschätzungen zum weiteren Kurs.

„Die Inflation kommt im April vor allem über die Energiepreise zurück – getrieben durch den Nahost-Konflikt“, kommentiert Antonio Skoro, Geschäftsführer der Qualitypool GmbH. „Das erhöht den geldpolitischen Handlungsdruck. Zugleich mildern die Kerninflation und der der Verlauf des EZB-Lohnindikators die Befürchtungen. Genau diese Gemengelage erklärt, warum der Markt aktuell so uneinheitlich reagiert: Kurzfristig bleibt die Volatilität hoch, im Anschluss ist mit weiterem Aufwärtsdruck auf die Zinsen zu rechnen, falls die Energiepreise hoch bleiben oder sich Inflationserwartungen verfestigen.“

Bei Baufinanzierungen haben sich die Bestzinsen seit Anfang April seitwärts bewegt. Zehnjährige Zinsbindungen lagen zuletzt zwischen 3,59 und 3,62 Prozent, 15-jährige Zinsbindungen zwischen 3,80 und 3,87 Prozent. Auch die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen bewegten sich nur in einer engen Spanne.

Bauzinsen könnten nach der EZB-Sitzung reagieren

Einige Banken und Marktteilnehmer haben ihre Konditionen bereits angehoben. Bei längeren Zinsbindungen fallen die Aufschläge derzeit tendenziell höher aus. Sollte die EZB im Juni tatsächlich eine Zinserhöhung signalisieren oder vollziehen, könnten langfristige Swap-Sätze weiter unter Druck geraten und Bauzinsen nachziehen.

„Die jüngsten Daten zeigen zwei Seiten“, so Antonio Skoro. „Für Finanzierungskunden heißt das: Wer bereits eine passende Finanzierung in Aussicht hat, sollte prüfen, ob eine Absicherung sinnvoll ist. Längere Zinsbindungen verschaffen Planungssicherheit gegenüber kurzfristigen Marktschwankungen.“ Dabei sollte auch ein Vergleich verschiedener Anbieter sowie der Sondertilgungs- und Vorfälligkeitsregelungen vorgenommen werden.

Aus Sicht des Qualitypool-Geschäftsführers sollten die kommenden geldpolitischen Termine ebenfalls beachtet werden, wobei Zinserhöhungen oftmals schon im Vorfeld der Notenbankentscheide eingepreist werden.

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