Fed-Zinsentscheid: Warum Kevin Warsh die Zinsen stabil halten dürfte

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Roger Rüegg, Swisscanto

Die US-Notenbank Federal Reserve steht vor einer weitreichenden Zinsentscheidung. Unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh muss die Notenbank den Spagat zwischen Inflationsbekämpfung und Konjunkturförderung meistern. Marktbeobachter rechnen mit einer Fortsetzung der bisherigen Geldpolitik. Das hat konkrete Gründe, die auch deutsche Vermittler im Blick behalten sollten.

Für Kevin Warsh ist es der erste Zinsentscheid als Präsident der Federal Reserve (Fed) – und er steht bereits unter Druck. Im Spannungsfeld zwischen Eindämmung der Inflation und Konjunkturförderung sind wir überzeugt: Letztere überwiegt.


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Im Vergleich zu den 2,25 Prozent der Eurozone ist die Ausgangssituation in den USA mit einem Zinsniveau von 3,5 Prozent anders – locker ist die Geldpolitik der Fed nicht. Hinzu kommt: Im sogenannten Beige Book der Fed wird auf eine K-förmige Entwicklung der Wirtschaft hingewiesen, wonach sich die wirtschaftliche Situation von Haushalten mit niedrigen Einkommen verschlechtert, während höhere Einkommensgruppen weiterhin profitieren. 

Warsh dürfte diese Diagnose auf der Pressekonferenz unterstreichen und deshalb die Zinsen unverändert lassen. Er dürfte zudem seine geldpolitischen Prioritäten vortragen. Dazu gehören aus unserer Sicht insbesondere weniger „Forward Guidance“ sowie eine Verringerung des Einsatzes der Fed-Bilanz zum Kauf von Staatsanleihen. Angesichts der Erwartungen der Regierung wird dies ein anspruchsvolles Unterfangen. Trotz der vielen Diskussionen und der großen medialen Aufmerksamkeit rechnen wir für 2026 mit einem unveränderten Zinsband von 3,5 bis 3,75 Prozent.

Autor Roger Rüegg ist Leiter Multi-Asset-Solutions bei ZKB/Swisscanto.


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