Der DAX startet mit deutlichen Kursgewinnen in die neue Woche. Die Entspannung im Nahen Osten sorgt für Erleichterung an den Märkten, der Leitindex legt am Vormittag rund 1,3 Prozent zu. Auch deutsche Autoaktien profitieren von der besseren Stimmung. Doch die geopolitische Entspannung löst die strukturellen Probleme der Branche nicht. Eine echte Entwarnung gibt es weiterhin nicht. Trotz diplomatischer Avancen im Nahen Osten bleibt Donald Trump unberechenbar. Seine Zolldrohungen von 25 Prozent auf europäische Fahrzeuge belasten die Branchenstimmung nach wie vor erheblich. Hinzu kommt die hohe Volatilität am Ölmarkt, die in den vergangenen Monaten für zusätzliche Unsicherheit gesorgt hat.
Mit der verbesserten geopolitischen Lage könnte der Markt einen Großteil der negativen Folgen inzwischen eingepreist haben. Das setzt jedoch voraus, dass die Entspannung von Dauer ist und die Sorgen um mögliche Lieferkettenstörungen nicht erneut aufflammen. Nach dem scharfen Ausverkauf im Vormonat erscheint eine Erholung grundsätzlich möglich. Die Mercedes-Benz-Aktie verlor 15,9 Prozent, BMW sogar 23,4 Prozent. Gleichzeitig dürfte die Kombination aus dem starken Kursrückgang und den anstehenden Quartalszahlen die aktuelle Erholung zunächst begrenzen.
Denn in dieser Woche stehen die Zahlen von Mercedes-Benz am Dienstag und von BMW am Donnerstag an. Anleger werden besonders auf die Entwicklung der Margen, das China-Geschäft, Logistik- und Energiekosten sowie die Auswirkungen der US-Zölle achten. Entscheidend wird sein, wie die Hersteller mit ihren Jahreszielen umgehen und ob das Management vermitteln kann, dass die Kosten weiterhin unter Kontrolle sind. Davon dürfte abhängen, ob die jüngste Erholung Bestand hat oder bereits die nächste Verkaufswelle droht.
Autor Maximilian Wienke ist Marktanalyst bei eToro.













