Sobald die Temperaturen steigen, sind sie wieder da: Zecken. In Wäldern, auf Wiesen, aber auch in Stadtparks lauern die kleinen Parasiten auf ihre Wirte. Ein Stich bleibt oft unbemerkt – und ist in den meisten Fällen harmlos. Doch er kann Krankheiten übertragen, die ernsthafte Folgen haben.
Wie relevant dieses Risiko ist, zeigen aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Demnach starben im Jahr 2024 insgesamt 24 Menschen in Deutschland an den Folgen einer Zeckeninfektion. 15 Todesfälle waren auf Borreliose zurückzuführen, neun auf die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME. Im Jahr zuvor lagen die Werte bei zehn beziehungsweise neun Todesfällen.
Auch wenn die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sind, bewegen sie sich weiterhin auf niedrigem Niveau. Sie machen aber deutlich, dass schwere Verläufe möglich sind – auch wenn sie die Ausnahme bleiben.
Wenn Infektionen schwer verlaufen
Deutlich häufiger als tödliche Verläufe sind Erkrankungen, die eine Behandlung im Krankenhaus notwendig machen. Vor allem FSME kann schwere Symptome verursachen. In den vergangenen Jahren mussten jeweils mehrere hundert Menschen stationär behandelt werden, in einzelnen Jahren waren es knapp 850 Fälle.
Die Erkrankung betrifft das zentrale Nervensystem und kann zu Entzündungen von Gehirn und Hirnhäuten führen. Neben Fieber und starken Kopfschmerzen drohen in schweren Fällen bleibende Schäden. Borreliose tritt wesentlich häufiger auf, verläuft jedoch oft zunächst unauffällig. Typisch ist eine ringförmige Rötung um die Einstichstelle. Bleibt die Infektion unbehandelt, kann sie sich im Körper ausbreiten und unter anderem Gelenke, Nerven oder das Herz betreffen.
Datenlage bei Borreliose bleibt lückenhaft
Ein genauer Blick auf die Fallzahlen zeigt Unterschiede in der Datenqualität. Während FSME bundesweit meldepflichtig ist und die Zahlen entsprechend belastbar sind, fehlt eine einheitliche Erfassung für Borreliose. Zwar werden jährlich mehrere tausend Fälle gemeldet, allerdings nur aus einzelnen Bundesländern. Eine vollständige bundesweite Statistik existiert nicht. Fachleute gehen daher von einer deutlich höheren tatsächlichen Zahl an Infektionen aus.
FSME-Fälle bewegen sich dagegen verlässlich im dreistelligen Bereich pro Jahr. Die Zahl schwankt je nach Witterung, da milde Winter und warme Frühjahre die Aktivität der Zecken erhöhen.
Regionale Unterschiede und Prävention
Das Risiko ist in Deutschland ungleich verteilt. FSME tritt vor allem in Süddeutschland und in Teilen Ostdeutschlands gehäuft auf. Für diese Regionen empfiehlt sich eine Impfung, die vor schweren Verläufen schützen kann. Bei Borreliose gibt es keinen Impfschutz. Hier kommt es vor allem auf Aufmerksamkeit an: Wer sich im Freien aufhält, sollte Schutzmaßnahmen ergreifen und den Körper anschließend nach Zecken absuchen.
Die aktuellen Zahlen zeigen zwar, dass die Gefahr durch Zecken insgesamt überschaubar aber nicht zu unterschätzen ist. Insbesondere, wenn Infektionen unentdeckt bleiben oder schwer verlaufen.














