Goldpreis zwischen Trend und Ausbruch: Wohin geht die Reise im Juni?

Das Narrativ, die Fed könne mit einem weiteren QE-Programm die Zinsen einfach nach unten drücken und damit die Refinanzierung der US-Staatsschulden erleichtern, greift zu kurz. Anders als nach dem Platzen der Immobilienblase 2007 und der anschließenden Kredit- und Währungskrise von 2008 steht das Bankensystem derzeit nicht akut unter Druck. Gleichzeitig liegt die Inflation bereits auf einem erhöhten Niveau, was eine erneute massive Ausweitung der Zentralbankbilanz politisch und geldpolitisch deutlich erschwert, wenn nicht nahezu unmöglich macht.

Vor diesem Hintergrund erscheint ein neues QE-Programm kaum als gangbarer Weg. Würde die Fed bei bereits erhöhter Inflation erneut im großen Stil Staatsanleihen kaufen, könnte sie zwar kurzfristig Druck von den Renditen nehmen, würde zugleich aber neue Inflationssorgen schüren und letztlich den Zinsdruck wieder erhöhen. Der Versuch, die Zinsen über QE zu senken, könnte sich damit selbst konterkarieren.

Plausibler ist daher der von Kevin Warsh skizzierte Weg, der auf eine Reduzierung der Fed-Bilanz und einen Rückzug aus langlaufenden Staatsanleihen hinausläuft. Dadurch würde das lange Ende der Zinskurve stärker dem Markt überlassen, während gleichzeitig der geldpolitische Spielraum entstünde, am kurzen Ende auf niedrigere Leitzinsen zu wirken, ohne den Eindruck einer erneuten Monetarisierung der Staatsschulden zu erzeugen.

Für Edelmetalle wäre dieses Szenario kurzfristig eher belastend und nicht bullisch, denn ohne QE-Rückenwind würde der US-Dollar stärker und die Bilanzsumme würde womöglich gleichbleiben oder gar leicht schrumpfen, was den Edelmetallen kurzfristig den Rückenwind nehmen würde.

Goldpreis keilt sich ein – Ausbruch womöglich im Juni

Lesen Sie hier, wie es weitergeht.

1 2 3 4 5Startseite
Weitere Artikel
Abonnieren
Benachrichtigen bei
0 Comments
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen