IVD warnt trotz steigender Baugenehmigungen vor anhaltender Wohnungsbaukrise

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Foto: IVD / Thomas Rafalzyk
Dirk Wohltorf, IVD: „Von einer Erholung sind wir weit entfernt."

Die Zahl der Baugenehmigungen steigt wieder deutlich. Warum Dirk Wohltorf, Präsident des Immobilienverband Deutschland IVD, darin jedoch noch keine Trendwende für die Krise im Wohnungsbau sieht.

Der Immobilienverband Deutschland (IVD) bewertet die Entwicklung trotz der gestiegenen Anzahl an Baugenehmigungen zurückhaltend. Der Mitteilung des Verbands zufolge sei die Krise im Wohnungsbau trotz des Anstiegs der Genehmigungen nicht überwunden. IVD-Präsident Dirk Wohltorf sagt: „Der Aufschwung im Wohnungsbau bleibt Theorie. Von einer Erholung sind wir weit entfernt.“


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Das Statistische Bundesamt (Destatis) hatte mitgeteilt, dass die Zahl der Baugenehmigungen in Deutschland ist im Mai deutlich gestiegen ist. Demnach Wie wurden 21.000 Wohnungen im Neubau und im Bestand genehmigt. Das sind 24,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

IVD sieht wachsende Lücke zwischen Genehmigung und Fertigstellung

Nach Angaben des IVD verschlechtert sich die Stimmung in der Bauwirtschaft erneut. Der Verband verweist auf das aktuelle Ifo-Geschäftsklima im Wohnungsbau, das sinkende Erwartungen und fehlende Aufträge ausweise. Deshalb sei zu erwarten, dass die Zahl der tatsächlich fertiggestellten Wohnungen in diesem Jahr einen neuen Tiefstand erreicht.

Zugleich wachse die Differenz zwischen genehmigten und realisierten Bauprojekten. Immer mehr Vorhaben würden trotz Genehmigung nicht umgesetzt, weil Investoren und private Bauherren keine verlässlichen politischen Rahmenbedingungen sähen. Staatliche Vorgaben und steuerliche Belastungen machten zahlreiche Wohnungsbauprojekte aus Sicht des Verbands wirtschaftlich nicht mehr tragfähig. Auch die Diskussion über eine mögliche Vergesellschaftung von Wohnungsbeständen in Berlin belaste das Investitionsklima.

Der Mitteilung zufolge kritisiert der Verband außerdem das Gebäudemodernisierungsgesetz. Es schaffe keine Planungssicherheit über das Jahr 2030 hinaus und belaste Vermieter zusätzlich finanziell.

Verband fordert konkrete Maßnahmen für Wohneigentum

Der IVD fordert deshalb eine gemeinsame Initiative von Bund und Ländern, um den Wohnungsbau wieder anzukurbeln. Als möglichen Ansatz nennt der Verband den von Bundesbauministerin Verena Hubertz auf einer Investorenkonferenz am 19. Juni in Frankfurt am Main angekündigten „Pakt fürs Eigentum“.

Nach Auffassung des IVD sollte dieser unter anderem einen Verzicht auf die Grunderwerbsteuer beim Erwerb selbst genutzter Eigenheime umfassen. Verbesserte Chancen auf Wohneigentum könnten den Wohnungsbau auf breiter Front stärken.


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