Nvidia wächst weiter deutlich schneller als erwartet. Gleichzeitig gibt es bislang kaum Anzeichen für eine nachlassende Nachfrage nach KI-Infrastruktur. Das ist besonders relevant, weil Anleger zunehmend hinterfragen, wie lange Microsoft, Meta, Alphabet und Amazon ihre hohen KI-Investitionen aufrechterhalten können. Nvidias Ausblick liefert vorerst Entwarnung. Die Nachfrage übersteigt weiterhin die verfügbaren Kapazitäten.
Auch die Quartalszahlen überzeugen. Der Umsatz lag bei 96,22 Milliarden US-Dollar und damit über den erwarteten 92,17 Milliarden. Noch stärker überrascht der Ausblick. Für das Geschäftsjahr 2028 erwartet Nvidia ein Umsatzwachstum von 70 Prozent, während der Konsens bei 44 Prozent lag. Das spricht zunächst gegen eine baldige Sättigung des KI-Infrastrukturmarktes. Gleichzeitig steigt die Messlatte. Zukünftige Quartale müssen zeigen, ob Nvidia diesen außergewöhnlichen Wachstumspfad halten kann.
Risiken bleiben dennoch. Lieferengpässe können das Wachstum begrenzen, steigende Speicherkosten die Margen belasten. Gleichzeitig wächst der Wettbewerb durch AMD und eigene KI-Chips der Hyperscaler. Auch Nvidias finanzielle Unterstützung beim Bau neuer KI-Rechenzentren verdient Aufmerksamkeit. Je stärker Nvidia selbst Infrastruktur mitfinanziert, die wiederum Nachfrage nach den eigenen Produkten erzeugt, desto wichtiger wird die Qualität und Nachhaltigkeit des Wachstums.
Autor Maximilian Wienke ist Marktanalyst bei eToro.















