Marvell Technology wirkt neben Nvidia wie ein kleiner Fisch, erreicht beim Börsenwert aber immerhin ungefähr die Größenordnung von SAP. Nvidia spielt bei der Marktkapitalisierung in einer eigenen Liga, doch Marvell hat sich zuletzt deutlich besser entwickelt. Trotz hoher Volatilität liegt die Aktie seit Jahresbeginn rund 183 Prozent im Plus, während Nvidia lediglich etwa 14 Prozent zugelegt hat.
Marvell entwickelt sich neben Nvidia und Broadcom zu einem wichtigen Profiteur des KI-Infrastrukturbooms. Ein zentraler Wachstumstreiber sind maßgeschneiderte KI-Chips für Hyperscaler. Amazon, Microsoft und Alphabet entwickeln zunehmend eigene Beschleuniger, die auf ihre spezifischen Anforderungen zugeschnitten sind. Genau hier positioniert sich Marvell. Das Unternehmen unterstützt die Hyperscaler bei Custom Chips, Vernetzung und Datenübertragung. Damit profitiert Marvell auch von dem Trend, die KI-Infrastruktur stärker selbst zu gestalten und die Abhängigkeit von Nvidia zu reduzieren.
Wie wichtig das KI-Geschäft inzwischen ist, zeigen die Zahlen. Das Rechenzentrumsgeschäft steht bereits für 76 Prozent des Gesamtumsatzes. Am Donnerstagabend folgen die Q2-Zahlen. Laut Zacks-Konsens dürfte der Umsatz im zweiten Quartal um rund 35 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 2,71 Milliarden US-Dollar gestiegen sein. Beim Gewinn je Aktie wird ein Anstieg von rund 39 Prozent auf 0,93 US-Dollar erwartet.
Nach der extremen Kursrally ist allerdings bereits viel Wachstum eingepreist. Das Forward-KGV liegt bei rund 53. Entsprechend hoch ist die Messlatte. Entscheidend wird sein, ob Marvell das starke Wachstum im KI-Rechenzentrumsgeschäft fortsetzen und damit die hohen Erwartungen rechtfertigen kann.















