Die Aktie liegt seit Jahresbeginn rund 22 Prozent im Plus und hat den DAX damit um ein Vielfaches outperformt. Seit Ende April befindet sie sich jedoch in einer Korrektur und notiert rund 23 Prozent unter dem Rekordhoch. Nach einer Kursverdopplung 2025 und einer Vervierfachung 2024 erscheint diese Konsolidierung jedoch durchaus normal. Mit einem Forward-KGV von rund 27 bleibt die Bewertung hoch.
Langfristig besitzt Siemens Energy weiterhin solide Wachstumschancen. Das Unternehmen bildet das physische Fundament des globalen KI-Booms. Wer heute auf KI-Software setzt, ist darauf angewiesen, dass die notwendige Infrastruktur im Hintergrund zuverlässig funktioniert. Genau hier kommt Siemens Energy ins Spiel.
Ohne eine leistungsfähige Netzinfrastruktur können selbst die modernsten Nvidia-GPUs keine Sprachmodelle trainieren. Bevor Rechenzentren ihre Leistung entfalten können, müssen Gigawatt an Strom zuverlässig transportiert werden. Höchstspannungstransformatoren und gasisolierte Schaltanlagen sind hochkomplexe Spezialprodukte, die weltweit nur wenige Unternehmen in der erforderlichen Qualität und Größenordnung liefern können.
Für Microsoft, Google oder Meta ist deshalb nicht der Preis der Energieinfrastruktur entscheidend, sondern ihre Verfügbarkeit. Das größte Risiko ist Zeitverlust. Ein Rechenzentrum, das wegen einer fehlenden Netzanbindung monatelang nicht ans Netz gehen kann, kostet Milliarden an entgangener Wertschöpfung. Siemens Energy sichert diese Lieferkette physisch ab.
Hinzu kommt ein weiterer struktureller Vorteil. Für Big-Tech-Konzerne ist Nachhaltigkeit längst eine geschäftliche Notwendigkeit. Siemens Energy liefert dafür die passende Technologie – von Großtransformatoren für Wind- und Solarparks bis hin zu flexiblen Gas- und Wasserstoffturbinen, die den steigenden Strombedarf der KI-Infrastruktur zuverlässig absichern.
Autor Maximilian Wienke ist Marktanalyst bei eToro.















