Alibaba legt am Donnerstag neue Quartalszahlen vor. Analysten rechnen mit einem Umsatzwachstum von rund 8,4 Prozent. Nach einer Erholung der Aktie von mehr als 40 Prozent seit dem Juni-Tief sind die Erwartungen allerdings gestiegen.
Die Investmentstory verschiebt sich immer weiter in Richtung KI, Cloud und Automatisierung. Mit der neuen Alipay-Plattform setzt Alibaba stärker auf KI-Agenten, die konkrete Aufgaben und Geschäftsprozesse automatisieren sollen. Nach dem Verbraucher-Assistenten Ah Bao richtet sich das Angebot damit zunehmend auch an Unternehmen und Händler.
Der Vorteil liegt im bestehenden Ökosystem. Alibaba verbindet E-Commerce, Payments, Cloud und KI und erreicht über Taobao, Tmall und Alipay bereits eine große Zahl von Verbrauchern und Unternehmen. Gelingt es, KI-Agenten sinnvoll in dieses Netzwerk zu integrieren, könnte KI nicht nur Kosten verursachen, sondern zusätzliche Nutzung und Umsätze erzeugen.
Genau hier liegt aber auch das größte Risiko. Alibaba investiert massiv in KI-Infrastruktur, während für das Quartal ein negativer Free Cashflow erwartet wird. Anleger dürften deshalb zunehmend darauf achten, ob sich die hohen Investitionen in stärkerem Cloud-Wachstum und einer erfolgreichen KI-Monetarisierung niederschlagen.
Gegenwind kommt weiterhin vom schwachen chinesischen Konsum. Zurückhaltende Verbraucher können das Wachstum im E-Commerce-Kerngeschäft begrenzen, selbst wenn sich das Technologieangebot verbessert.
Alibaba hat die KI-Fantasie zurückgebracht. Nach der kräftigen Kurserholung müssen die Zahlen nun zeigen, ob daraus auch wirtschaftlicher Mehrwert entsteht. Im Fokus stehen Cloud-Wachstum, KI-Monetarisierung und Cashflow.
Autor Maximilian Wienke ist Marktanalyst bei eToro.















