Beat Thoma, Fisch Asset Management dazu: Die Renditen langlaufender Staatsanleihen sind weltweit deutlich gestiegen. In Deutschland, Japan, den USA und Großbritannien haben sie teilweise die höchsten Niveaus seit Jahrzehnten erreicht. Auslöser ist eine Abnahme der globalen Finanzmarktliquidität, die schon länger läuft, sich zuletzt aber beschleunigt hat. Haupttreiber ist die chinesische Zentralbank, die das Finanzsystem zuvor mit Liquidität geflutet hatte und nun auf einen restriktiveren Kurs umschwenkt. Vermutliche Gründe sind eine wieder höhere Inflation in China und der Wunsch nach einem starken Yuan gegenüber dem US-Dollar.
Hinzu kommt eine robuste globale Konjunktur, getragen von hohen Investitionen der US-Technologieunternehmen und massiven Staatsausgaben. In den USA werden diese Ausgaben zunehmend über kurzlaufende T-Bills statt über langlaufende Anleihen finanziert. Das monetarisiert die Staatsschulden, erhöht die Bankreserven und ermöglicht eine höhere Kreditvergabe. Diese Kombination aus fallender Liquidität, guter Konjunktur, hoher Staatsverschuldung und steigender Inflation belastet die Staatsanleihenmärkte unmittelbar. Hohe Energiepreise infolge des andauernden Irankriegs verstärken den Druck zusätzlich.
Für die Portfolios bedeutet das, die Zinsduration moderat zu verkürzen. Die Aufwärtstrends der Aktienmärkte sind zwar noch intakt, doch bietet bereits jetzt die Umschichtung von direkten Aktieninvestments in Wandelanleihen attraktive Chancen, da diese ein asymmetrisches Chancen-Risiko-Profil aufweisen. Auch Unternehmensanleihen profitieren von der guten Konjunktur und sind eine interessante Alternative zu Staatsanleihen.
Autor Beat Thoma ist Chief Investment Officer beim Schweizer Asset Manager Fisch Asset Management.











