„Rente mit 63“: Abschlagsfreie Frührente kostet 9,5 Milliarden Euro

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Rentenreform: Die Diskussion über die Rente mit 63 nimmt an Schärfe zu.

Die abschlagsfreie Frührente steht erneut im Zentrum einer hitzigen Rentendebatte. Arbeitgeber fordern ihre Abschaffung und verweisen auf Milliardensummen und fehlende Fachkräfte. Die SPD hält dagegen.

Die deutschen Arbeitgeber verlangen eine Abschaffung der abschlagsfreien Frührente für besonders langjährig Versicherte. „Die abschlagsfreie Frühverrentung ist ein teurer Irrweg, den sich unser Sozialstaat angesichts des demografischen Wandels nicht länger leisten sollte“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Arbeitgebervereinigung BDA, Steffen Kampeter, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).


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Er reagierte damit auf Berechnungen, wonach die Staatskasse mit einer Abschaffung dieser Regelung um 9,5 Milliarden Euro pro Rentnerjahrgang entlastet werden könnte. Laut Bertelsmann Stiftung nutzen jedes Jahr 250.000 bis 280.000 Erwerbstätige die Möglichkeit, nach mindestens 45 Beitragsjahren vorzeitig ohne Abschläge in Rente zu gehen. Aus einer Kalkulation des Deutschen Instituts für
Wirtschaftsforschung (DIW) gehe hervor, dass eine Abschaffung ein Beschäftigungspotenzial von 125.000 Vollzeitkräften bedeuten würde.

„Während Fachkräfte fehlen, müssen die Beitragszahler mit der sogenannten „Rente ab 63″ weiterhin den vorzeitigen Ausstieg erfahrener Beschäftigter aus dem Arbeitsmarkt finanzieren – das ist das falsche Signal zur falschen Zeit“, sagte Kampeter. „Wer die Rentenversicherung stabilisieren, Beitragszahler entlasten und Wachstum sichern will, kommt an der Abschaffung der abschlagsfreien
Frühverrentung nicht vorbei.“

SPD: Es geht nicht um Privilegien, sondern um Gerechtigkeit

Auch aus der Union kommen schon seit längerem Forderungen, die abschlagsfreie Frührente im Zuge der geplanten Reformen abzuschaffen. Die SPD lehnt das jedoch ab. SPD-Fraktionsvize Dagmar Schmidt sagte dem RND: „Viele Menschen können schlicht nicht bis ins hohe Alter weiterarbeiten, gerade in körperlich oder psychisch belastenden Berufen und bei gesundheitlichen Einschränkungen.“ Eine Abschaffung der abschlagsfreien Frührente würde diese Menschen besonders hart
treffen. Es gehe nicht um Privilegien, sondern um Gerechtigkeit nach einem langen Arbeitsleben. (dpa-AFX)


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