Mit ihrem 33 Punkte umfassenden Reformpapier hat die Rentenkommission der Bundesregierung Vorschläge für die künftige Ausgestaltung der gesetzlichen Rente vorgelegt. Im aktuellen „Altersvorsorge Radar“ des Maklerpools BCA bewerten die Bayerische, der Volkswohl Bund und DWS die Empfehlungen. Das Fazit fällt insgesamt positiv aus, auch wenn wesentliche Details noch offen sind.
Nach Einschätzung der beteiligten Gesellschaften weisen die Vorschläge grundsätzlich in die richtige Richtung. Offen bleibt jedoch unter anderem, welche Rolle der Staat bei der Anlage der kapitalgedeckten Komponente übernehmen soll und wie sich die gesetzliche Rentenversicherung künftig im Zusammenspiel mit der betrieblichen und privaten Vorsorge positioniert. Die gesetzliche Rente als alleinigen Ersatz für diese beiden Säulen zu verstehen, wäre aus Sicht der Marktteilnehmer das falsche Signal.
Mit dem Altersvorsorge Radar will BCA Entwicklungen rund um das Altersvorsorgereformgesetz und das geplante Altersvorsorgedepot regelmäßig einordnen. Das Format bündelt Einschätzungen von Versicherungs- und Investmentgesellschaften und ordnet aktuelle Reformvorhaben für Vermittler ein.
Betriebliche und private Vorsorge im Fokus
Die beteiligten Unternehmen erwarten, dass die Empfehlungen der Rentenkommission die betriebliche und private Altersvorsorge stärken könnten. Das Thema rücke wieder stärker ins Bewusstsein der Verbraucher und erleichtere Vermittlern den Einstieg in Beratungsgespräche. Gleichzeitig sehen die Experten Nachholbedarf bei der Rolle qualifizierter Beratung, die in den Empfehlungen aus ihrer Sicht nicht ausreichend berücksichtigt wird.
Das Sozialpartnermodell bewerten die Bayerische und DWS als sinnvolle Ergänzung bestehender Lösungen, nicht jedoch als deren Ersatz. Wichtiger seien standardisierte, transparente und kosteneffiziente Produkte mit hoher Portabilität sowie möglichst geringem bürokratischem Aufwand.
Positiv beurteilen die Marktteilnehmer insbesondere die geplante stärkere Kapitaldeckung sowie das klare Bekenntnis der Rentenkommission zum Drei-Säulen-System. Ebenfalls Zustimmung finden die Aussicht auf mehr Transparenz über die gesamte Altersversorgung und der offene Umgang mit den demografischen Herausforderungen. Kritisch gesehen wird dagegen ein zu starker staatlicher Eingriff in private Märkte sowie die Gefahr, dass Verbraucher bei wichtigen Vorsorgeentscheidungen zu wenig Orientierung erhalten.
BCA: „Viele neue Möglichkeiten für die Altersvorsorge“
Dr. Frank Ulbricht, Vorstand der BCA AG, bewertet die Vorschläge insgesamt positiv: „Die Rentenkommission setzt mit ihrer Empfehlung für eine kapitalgedeckte Komponente in der gesetzlichen Rentenversicherung ein richtiges Signal. Zugleich ist ihr klares Bekenntnis zum Drei-Säulen-System ein wichtiger Orientierungspunkt für die weitere Reformdebatte. Dennoch bleiben Fragen offen. Die Vielzahl der Änderungen durch die Reform der Altersvorsorge und die geplanten Anpassungen in der gesetzlichen Rente macht es Kunden nicht leichter, ihre tatsächliche Versorgungslücke zu erkennen. Zudem sind noch nicht alle Vorschläge im Detail konkret ausgearbeitet. Wir haben daher das klare Ziel, den Boden für unsere Vermittler jetzt so zu bereiten, dass sie im Zusammenspiel aus qualifizierter Beratung und moderner Digitalisierung die richtige Lösung für den Kunden finden. Ohne Frage ergeben sich viele neue Möglichkeiten für die Altersvorsorge: Unsere Vermittler lotsen und begleiten Kunden dabei, diese optimal zu nutzen“.
Ergänzend verweist BCA auf eine zentrale Themenseite zum Altersvorsorgedepot. Dort stellt der Maklerpool fortlaufend Informationen zu Produkten, regulatorischen Entwicklungen, operativer Unterstützung und dem Stand des Gesetzgebungsverfahrens für Vermittler und Medien bereit.










