Solvency II: „Die Erkennislage ist nicht besser geworden“

Ideal-Vorstandschef Rainer M. Jacobus hat davor gewarnt, dass Solvency II zu einer Marktkonsolidierung bei den kleinen und mittleren Unternehmen führen wird, da diese sich die steigenden Kosten für die Aufsichtsvorgaben nicht leisten können. Das Proportionalitätsprinzip, das mittelständische Versicherer schützen soll, werde de facto nicht angewandt.

Jacobus plädierte dafür, die Vorgaben bei den Berichtspflichten und den Governance-Funktionen insbesondere für kleine und mittelständische Versicherer zurückzufahren.
Rainer Jacobus plädiert dafür, die Vorgaben bei den Berichtspflichten und den Governance-Funktionen insbesondere für kleine und mittelständische Versicherer zurückzufahren.

Im Gespräch mit Professor Fred Wagner, Leiter des Instituts für Versicherungslehre an der Universität Leipzig, kritisierte Jacobus die Ausgestaltung von Solvency II in der Praxis: „Aus dem neuen Aufsichtsregime sollten für die Versicherer neue Erkenntnisgewinne erwachsen, man sollte Unternehmen damit besser steuern können als vorher. Doch die Erkenntnislage durch Solvency II ist nicht besser geworden.“

Acht Prozent der Personalkosten für Solvency II

Jacobus plädierte dafür, die Vorgaben bei den Berichtspflichten und den Governance-Funktionen insbesondere für kleine und mittelständische Versicherer zurückzufahren. Bei der Ideal gingen acht Prozent der Personalkosten auf das Konto des europäischen Aufsichtsregimes. (kb)

Foto: Ideal

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