SpaceX, OpenAI, Anthropic: Wertschöpfung verlagert sich vor den Börsengang

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Foto: ChatGPT
J.P. Morgan AM erklärt, warum private Märkte für Anleger angesichts späterer Börsengänge an Bedeutung gewinnen.

SpaceX, OpenAI und Anthropic stehen für einen Wandel an den Kapitalmärkten: Unternehmen bleiben deutlich länger privat und erreichen erst in einer späten Wachstumsphase die Börse. Warum das die Anlagestrategie verändert, erläutert J.P. Morgan Asset Management.

Der Börsengang von SpaceX Anfang Juni mit einer Bewertung von annähernd 1,8 Billionen US-Dollar markiert nach Einschätzung von J.P. Morgan Asset Management einen grundlegenden Wandel an den Kapitalmärkten. Unternehmen wie SpaceX, OpenAI oder Anthropic erreichten inzwischen enorme Unternehmenswerte, bevor sie überhaupt den Schritt an die Börse wagten. Für Anleger rücken damit private Märkte stärker in den Fokus.

„Wer heute an die Börse geht, ist meist kein junges Wachstumsunternehmen mehr, sondern ein bereits etabliertes Unternehmen, das sein starkes Wachstum schon vor dem Börsengang vollzogen hat“, erklärt Aaron Hussein, globaler Marktstratege bei J.P. Morgan Asset Management. Anlegerinnen und Anleger sollten deshalb neben börsennotierten Unternehmen auch private Märkte berücksichtigen.


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SpaceX wurde 2002 gegründet und blieb 24 Jahre lang in Privatbesitz. Beim Börsengang erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 18 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: Amazon ging bereits drei Jahre nach der Gründung an die Börse, damals mit einem Jahresumsatz von rund 300 Millionen US-Dollar und einer Bewertung von weniger als einer Milliarde US-Dollar nach heutigem Wert. Google folgte nach sechs Jahren mit knapp 4,8 Milliarden US-Dollar Umsatz, Meta nach acht Jahren mit 5,4 Milliarden US-Dollar.

Private Märkte gewinnen an Bedeutung

Nach Angaben von J.P. Morgan Asset Management hat sich die durchschnittliche Zeit bis zum Börsengang von Technologieunternehmen seit den späten 1990er-Jahren von weniger als sechs auf rund zwölf Jahre verdoppelt. Gleichzeitig erreichen Unternehmen heute beim Börsengang im Durchschnitt fast den dreifachen Umsatz ihrer Vorgänger aus den 1990er-Jahren.

Möglich wird diese Entwicklung durch das große Kapitalangebot an privaten Märkten. Ein Beispiel ist Anthropic: Das Unternehmen sammelte im Mai 2026 in einer Finanzierungsrunde 65 Milliarden US-Dollar ein und erreichte damit eine Bewertung von 965 Milliarden US-Dollar.

Auch die Struktur des US-Unternehmenssektors verändert sich. Laut Bain & Company befanden sich 2023 rund 86 Prozent der US-Unternehmen mit Umsätzen von mehr als 100 Millionen US-Dollar weiterhin in Privatbesitz. Gleichzeitig ist die Zahl börsennotierter Unternehmen in den USA gegenüber dem Ende der 1990er-Jahre um nahezu 30 Prozent zurückgegangen.

Keine Verdrängung anderer Aktien erwartet

Trotz der enormen Bewertungen von SpaceX, OpenAI und Anthropic erwartet Hussein keine negativen Folgen für den US-Aktienmarkt. Als ersten Grund nennt er den begrenzten Streubesitz unmittelbar nach dem Börsengang. Bei SpaceX gelangten lediglich rund vier Prozent der Aktien in den freien Handel. Zudem begrenzen Lock-up-Fristen den Verkauf weiterer Anteile in den ersten Monaten nach dem Börsendebüt.

Hinzu komme, dass große Unternehmen nicht automatisch unmittelbar nach dem Börsengang in alle wichtigen Indizes aufgenommen würden. Während FTSE, MSCI und Nasdaq unter bestimmten Voraussetzungen eine schnelle Indexaufnahme ermöglichen, verlangt S&P Global für den S&P 500 weiterhin eine Handelshistorie von zwölf Monaten.

Als dritten Faktor verweist Hussein auf die zahlreichen gegenseitigen Beteiligungen großer Technologieunternehmen, die ein Interesse an geordneten Börsengängen hätten.

Entscheidend bleibe aus seiner Sicht letztlich die Frage, ob die milliardenschweren Investitionen der Technologiekonzerne langfristig ausreichende Erträge erwirtschaften. Das hänge auch davon ab, ob Unternehmen außerhalb des Technologiesektors ihre Produktivität und Rentabilität mithilfe neuer Technologien steigern können.

„Um heutzutage die gesamte Bandbreite des Wirtschaftswachstums zu nutzen und bereits in den frühesten Phasen an der Wertschöpfung teilzuhaben, ist es zunehmend erforderlich, sowohl auf öffentlichen als auch auf privaten Märkten präsent zu sein“, erklärt Hussein.


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