Deutschland am Rande der Stagflation: Kommt jetzt neuer Druck auf die Börsen?

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Deutschland und Stagflation
Foto: ChatGPT
Schwaches Wachstum und steigende Inflation erhöhen das Stagflationsrisiko für Wirtschaft und deutsche Aktien.

Deutschlands Wirtschaft kommt kaum voran, während die Inflation wieder anzieht. Mit den anstehenden Konjunktur- und Inflationsdaten rückt die Gefahr einer Stagflation erneut in den Fokus. Welche Folgen das für Anleger und den deutschen Aktienmarkt haben könnte.

Der Ölmarkt hat sich in den vergangenen Monaten extrem volatil gezeigt. Schnelle Richtungswechsel und kräftige Preisschwankungen erschweren derzeit eine verlässliche Einschätzung der Folgen für Wachstum und Inflation. Damit wird der Ölmarkt zum unberechenbaren Verstärker der Unsicherheit und zu einem echten Stresstest für die Resilienz der deutschen Wirtschaft gegenüber externen Schocks. Solange eine nachhaltige Lösung im Nahen Osten ausbleibt, dürfte sich daran wenig ändern.


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Vor diesem Hintergrund rücken am Donnerstag die deutschen Konjunkturdaten in den Fokus. Am Morgen werden die BIP-Zahlen veröffentlicht, am frühen Nachmittag folgen die Inflationsdaten. Für das zweite Quartal wird kein Wirtschaftswachstum erwartet. Gleichzeitig dürfte die Inflation im Juli von 2,3 Prozent auf 2,7 Prozent gestiegen sein. Die Kombination aus stagnierendem Wachstum und wieder anziehendem Preisdruck lässt Deutschland weiter am Rande einer Stagflation balancieren.

Während Deutschland mit strukturellen Problemen kämpft, zeigt sich in den USA ein anderes Bild. Die US-Wirtschaft wächst deutlich stärker, getragen von robusten Konsumausgaben und hohen Investitionen in den Technologiesektor. Gleichzeitig bleibt der Inflationsdruck wegen der starken Binnennachfrage und höherer Energiekosten hartnäckig. Deutschland benötigt dringend Strukturreformen sowie Impulse aus der Fiskal- und Wirtschaftspolitik. 

MDAX und SDAX dürften deutlich sensibler auf die wirtschaftlichen Probleme in Deutschland reagieren als der DAX. Das gilt allerdings auch umgekehrt. Sobald sich eine Erholung der deutschen Wirtschaft abzeichnet, könnten MDAX und SDAX outperformen. Ein Blick in die USA zeigt, welches Potenzial darin steckt. Dort hat der Small-Cap-Index Russell 2000 seit Jahresbeginn rund 19 Prozent zugelegt, während der S&P 500 lediglich auf etwa 8 Prozent kommt. 

Autor Maximilian Wienke ist Marktanalyst bei eToro.


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