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SpaceX, OpenAI & Co.: Warum Rentenfonds verstärkt auf Private Markets setzen

Altersvorsorge mit Privte Markets
Foto: ChatGPT
Warum Rentenfonds verstärkt auf Private Markets setzen und welche Chancen und Risiken sich daraus für Anleger ergeben.

Immer mehr Pensionskassen und langfristige Anleger investieren in nicht börsennotierte Unternehmen. Der Grund: Ein wachsender Teil der Wertschöpfung entsteht heute vor dem Börsengang. Das eröffnet neue Chancen für die Altersvorsorge – bringt aber auch neue Risiken mit sich.

Immer mehr Pensionskassen, Versorgungswerke und langfristig orientierte Fonds investieren in Unternehmen, die noch gar nicht an der Börse notiert sind. Hintergrund ist ein struktureller Wandel an den Kapitalmärkten: Viele der wertvollsten Wachstumsunternehmen bleiben heute deutlich länger privat und erzielen einen Großteil ihres Wertzuwachses bereits vor einem Börsengang.

Während Beteiligungen an Unternehmen wie SpaceX, Databricks oder OpenAI lange Zeit nahezu ausschließlich institutionellen Investoren, Family Offices und Venture-Capital-Fonds vorbehalten waren, erleichtern neue Fondsstrukturen inzwischen auch vermögenden Privatanlegern den Zugang. Dazu zählen insbesondere die reformierten European Long-Term Investment Funds (ELTIF 2.0), deren überarbeitete Regulierung den Vertrieb und die Ausgestaltung der Fonds deutlich flexibler macht.

Für institutionelle Investoren ist dieser Wandel von strategischer Bedeutung. Wer ausschließlich in börsennotierte Unternehmen investiert, läuft Gefahr, einen immer größeren Teil der Unternehmenswertentwicklung zu verpassen. Entsprechend bauen viele Pensionskassen und Versicherer ihre Engagements in Private Equity, Infrastruktur, Private Debt und Venture Capital seit Jahren kontinuierlich aus.

Private Markets gewinnen strategisch an Bedeutung

Die Entwicklung hat strukturelle Ursachen. Technologieunternehmen bleiben heute häufig deutlich länger privat finanziert als noch vor zehn oder 15 Jahren. Milliardeninvestitionen von Staatsfonds, Vermögensverwaltern und anderen institutionellen Kapitalgebern ermöglichen es ihnen, auch ohne Börsengang über viele Jahre hinweg zu wachsen.

Mit ELTIF 2.0 will die Europäische Union diesen Markt zugleich einem breiteren Anlegerkreis zugänglich machen. Niedrigere Mindestanlagesummen und flexiblere Fondsstrukturen sollen langfristige Investitionen in die Realwirtschaft fördern. Ein aktuelles Beispiel ist der von ARK Invest Europe aufgelegte Private Innovation ELTIF, der unter anderem Beteiligungen an SpaceX und Databricks hält.

Aus Sicht vieler Vermögensverwalter sprechen mehrere Argumente für eine Beimischung von Private Markets. Anleger erhalten Zugang zu Unternehmen, die an den öffentlichen Börsen noch nicht verfügbar sind. Gleichzeitig kann die Anlageklasse die Diversifikation erhöhen und langfristig zusätzliche Renditechancen eröffnen.

Chancen gehen mit erheblichen Risiken einher

Die geringeren Kursschwankungen vieler Private-Markets-Fonds sollten allerdings nicht mit einem niedrigeren Risiko verwechselt werden. Da Beteiligungen nicht täglich gehandelt werden, werden ihre Bewertungen deutlich seltener angepasst als an den Börsen. Dadurch erscheinen Wertentwicklungen oftmals stabiler, obwohl die wirtschaftlichen Risiken unverändert bestehen.

Hinzu kommen weitere Besonderheiten. Das investierte Kapital bleibt häufig über viele Jahre gebunden. Bewertungen sind komplexer, Gebühren liegen vielfach über denen klassischer Investmentfonds und einzelne Beteiligungen können deutlich an Wert verlieren. Zudem werden viele der begehrtesten privaten Wachstumsunternehmen inzwischen zu hohen Bewertungen finanziert, sodass ein erheblicher Teil der erwarteten Entwicklung bereits eingepreist sein kann.

Verbraucherschützer und Finanzexperten weisen deshalb darauf hin, dass Private-Markets-Fonds eine sinnvolle Ergänzung eines breit aufgestellten Portfolios sein können, jedoch keinen Ersatz für klassische Aktien- oder Rentenanlagen darstellen.

Neue Möglichkeiten für langfristig orientierte Anleger

Der wachsende Anteil privater Kapitalmärkte dürfte die Vermögensanlage institutioneller Investoren nachhaltig verändern. Wenn innovative Unternehmen immer später an die Börse gehen, ist es nachvollziehbar, dass Pensionskassen und Versorgungswerke ihre Kapitalanlage entsprechend anpassen, um an dieser Wertschöpfung teilzuhaben.

Die Öffnung des Marktes über ELTIF 2.0 schafft grundsätzlich neue Möglichkeiten für langfristig orientierte Anleger. Gleichzeitig wächst jedoch die Gefahr, dass prominente Namen wie SpaceX oder OpenAI den Blick auf die tatsächlichen Eigenschaften dieser Anlageklasse verstellen. Illiquidität, anspruchsvolle Bewertungen, höhere Kosten und eine eingeschränkte Transparenz bleiben zentrale Merkmale von Private Markets.

Für die Altersvorsorge können Private-Markets-Fonds daher eine sinnvolle Beimischung sein – vorausgesetzt, Anleger verfügen über einen langen Anlagehorizont und akzeptieren die eingeschränkte Verfügbarkeit ihres Kapitals. Der eigentliche Paradigmenwechsel liegt weniger in einzelnen spektakulären Beteiligungen als darin, dass langfristige Anleger künftig stärker an der privaten Innovationswirtschaft partizipieren können – mit allen Chancen, aber auch den damit verbundenen Risiken.


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