US-Einzelhandel: Warum eine Abkühlung nicht automatisch ein Warnsignal ist

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US-Einzelhandel
Bild: KI-generiert mit ChatGPT / DALL·E
US-Einzelhandelsumsätze im Juli geben Hinweise auf Konsum, Inflation, Zinspolitik und die Perspektiven für den Aktienmarkt.

Die US-Einzelhandelsumsätze könnten im Juli deutlich langsamer wachsen als im Vormonat. Noch ist das kein Hinweis auf einen Einbruch des Konsums. Entscheidend wird sein, ob die Nachfrage der Verbraucher trotz Inflationsdruck stabil bleibt.

Am Freitag werden die US-Einzelhandelsumsätze für Juli veröffentlicht. Nach einem Plus von 6,7 Prozent im Juni wird im Jahresvergleich nur noch ein Zuwachs von etwa 3,5 bis 3,9 Prozent erwartet. Das würde eine deutliche Abschwächung des Umsatzwachstums bedeuten. 

Entscheidend ist, wie viel des Umsatzwachstums tatsächlich auf eine robuste Nachfrage zurückzuführen ist. Die Einzelhandelsumsätze werden nominal und damit nicht inflationsbereinigt ausgewiesen. Bei einer Inflationsrate von zuletzt 3,5 Prozent könnte ein ähnlich hohes Umsatzplus zu einem erheblichen Teil auf höheren Preisen beruhen. Gleichzeitig hat sich das Lohnwachstum auf 3,2 Prozent abgeschwächt. Hält diese Entwicklung an, könnten die Reallöhne und damit der finanzielle Spielraum der Verbraucher unter Druck geraten.

Eine Abschwächung wäre allerdings noch kein Konsumeinbruch, sondern könnte zunächst eine Normalisierung nach dem starken Juni darstellen. Entscheidend bleibt, ob die tatsächliche Konsumnachfrage robust bleibt. Eine zunehmende Preissensibilität könnte den Spielraum für weitere Preiserhöhungen begrenzen. Lassen sich höhere Kosten nicht vollständig weitergeben, kann das die Margen belasten. Unternehmen mit hoher Preismacht und einer weniger preissensiblen Kundschaft dürften widerstandsfähiger sein.

Für Fed und Aktienmarkt wäre eine moderate Abkühlung des Konsums bei gleichzeitig nachlassendem Inflationsdruck wohl das günstigste Szenario. Eine überraschend starke Nachfrage könnte neue Zinssorgen schüren, während ein deutlicher Konsumeinbruch nach den schwächeren Arbeitsmarktdaten die Sorgen vor einer stärkeren Konjunkturabkühlung verstärken würde.

Autor Maximilian Wienke ist Marktanalyst bei eToro.


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