Silber hat im ersten Quartal 2026 eine noch stärkere Volatilität gezeigt als Gold. Am 29. Januar stieg der Preis kurzzeitig auf rund 120 US-Dollar je Unze und damit auf etwa das Vierfache des Vorjahreswerts. Wenige Tage später fiel er auf etwa 65 US-Dollar zurück und sank bis Mitte März weiter auf rund 61 US-Dollar.
„Das Edelmetall reagiert weiterhin sehr stark auf Bewegungen beim Goldpreis, und es ist davon auszugehen, dass diese Wechselbeziehung auch in Zukunft der maßgebliche Faktor für die Entwicklung sein wird“, meint Nitesh Shah, Leiter für Rohstoff- und Makro-Research für Europa bei WisdomTree.
Shah bleibt für Gold positiv gestimmt und geht davon aus, dass Silber dieser Richtung folgen wird. Selbst wenn die Nachfrage in mehreren Segmenten nachlässt, dürfte die enge Kopplung an Gold den Silberpreis stützen.
Goldpreis als zentraler Faktor für Silber
Auf Basis der Modellannahmen von WisdomTree rechnet Shah damit, dass der Silberpreis zwischen dem ersten Quartal 2026 und dem ersten Quartal 2027 um rund 24 Prozent steigen könnte. Voraussetzung ist ein Anstieg des Goldpreises um etwa 18 Prozent im gleichen Zeitraum.
Ein großer Teil dieses möglichen Aufwärtspotenzials ergibt sich demnach weniger aus silberspezifischen Fundamentaldaten als aus der Entwicklung des Goldpreises. Für Anleger bleibt damit das Makroumfeld für Edelmetalle der zentrale Orientierungspunkt.
Gleichzeitig verweist Shah auf begrenzende Faktoren. Die im vergangenen Jahr gestiegenen Investitionen in Förderkapazitäten könnten das Angebot erhöhen und damit den Preisanstieg bremsen. Zudem liegen Wirtschaftsindikatoren wie die Einkaufsmanagerindizes zwar im expansiven Bereich, die geopolitische Unsicherheit belastet aber weiterhin die Erholung.
Strukturelle Nachfrage bleibt ein Stützfaktor
„Der Ausblick für Silber hängt weniger von den Fundamentaldaten des Edelmetalls selbst als vielmehr von seinem Verhältnis zu Gold ab“, so Shah. Eine schwächere Industrie- und Schmucknachfrage sowie geringere Anlageströme könnten kurzfristig belasten.
Diese Faktoren dürften nach Einschätzung des Experten jedoch kaum ausreichen, um die Unterstützung durch ein günstiges Makroumfeld für Edelmetalle aufzuwiegen. Hinzu kommt, dass der Silbermarkt weiterhin ein Defizit aufweist.
Shah resümiert: „Da der Markt noch immer ein Defizit aufweist und die strukturellen Nachfragetreiber bestehen bleiben, ist Silber trotz anhaltender Volatilität gut positioniert, um weiteres Aufwärtspotenzial zu erschließen.“












