Trotz vielfältiger finanzieller Sorgen zeigt sich die Mehrheit der Deutschen zuversichtlich. 70 Prozent trauen sich zu, ihre finanziellen Ziele zu erreichen, davon sind 37 Prozent sogar sehr oder äußerst optimistisch. Grundlage ist eine repräsentative Befragung von mehr als 1.000 Personen zwischen 25 und 65 Jahren durch Ipsos im Auftrag der Allianz.
Beim Blick auf die Altersvorsorge fällt das Urteil deutlich kritischer aus. Nur rund jeder Fünfte ist überzeugt, ausreichend für den Ruhestand vorgesorgt zu haben. Weitere 46 Prozent haben zwar Maßnahmen ergriffen, halten diese aber für nicht ausreichend. 35 Prozent sehen aktuell keine Möglichkeit zu sparen oder beschäftigen sich nicht mit dem Thema. „Die Deutschen sind deutlich zuversichtlicher, als viele vermuten“, sagt Ruedi Kubat. Gleichzeitig zeige der Allianz Vorsorge Index, dass finanzielle Alltagssorgen häufig dominierten und viele das Thema Altersvorsorge zu spät angehen.
Inflation bleibt größte finanzielle Sorge
Als größte finanzielle Belastung nennen 57 Prozent der Befragten steigende Lebenshaltungskosten. Die Sorge vor Inflation liegt damit klar vor unerwarteten Ausgaben wie Reparaturen mit 34 Prozent sowie der Angst, zu wenig für den Ruhestand zu sparen mit 31 Prozent. Weitere Risiken spielen eine untergeordnete Rolle. 15 Prozent fürchten Arbeitslosigkeit, 13 Prozent sorgen sich um ihre Schulden. Ebenfalls 13 Prozent geben an, keine finanziellen Sorgen zu haben.
Die finanziellen Ziele der kommenden fünf Jahre spiegeln diese Sorgen wider. 61 Prozent wollen Rücklagen für unerwartete Ausgaben aufbauen. Besonders ausgeprägt ist dieses Ziel bei rentennahen Jahrgängen mit 68 Prozent, während es bei den unter 30-Jährigen 51 Prozent sind.
Altersvorsorge bleibt zentrales Ziel – mit Generationenunterschieden
An zweiter Stelle der finanziellen Ziele steht die Altersvorsorge mit 55 Prozent, gefolgt vom Sparen für besondere Anlässe wie Urlaub oder Hochzeit mit 46 Prozent. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Generationen. Jüngere priorisieren häufiger Konsumausgaben, während für ältere Jahrgänge die Absicherung im Ruhestand klar im Vordergrund steht. So hat für 71 Prozent der rentennahen Jahrgänge die Altersvorsorge höchste Priorität. Aber auch bei den unter 30-Jährigen nennen 39 Prozent dieses Ziel.
Gleichzeitig fällt es vielen schwer, finanzielle Prioritäten konsequent umzusetzen. Rund die Hälfte der Befragten gibt an, Schwierigkeiten bei der Gewichtung ihrer finanziellen Ziele zu haben. Zudem musste bereits ein Viertel der Deutschen Rücklagen für den Ruhestand vorzeitig angreifen, insbesondere jüngere Menschen.
Nebenjob im Alter für viele eine Option
Beim geplanten Renteneintritt zeigt sich ein generationenübergreifendes Bild. Im Durchschnitt planen die Deutschen, mit 66 Jahren in den Ruhestand zu gehen. Für diese Phase kalkulieren sie mit einem monatlichen Einkommen von 2.431 Euro auf Basis heutiger Kaufkraft.
Sollte dieses Einkommen nicht ausreichen, ist die Bereitschaft zur Anpassung hoch. Knapp jede und jeder Zweite kann sich vorstellen, im Alter weiterzuarbeiten oder einen Nebenjob anzunehmen. Unterschiede zeigen sich auch zwischen den Geschlechtern. Frauen bewerten ihre Vorsorgesituation insgesamt skeptischer als Männer und trauen ihren bisherigen Sparanstrengungen seltener zu, ausreichend zu sein.
















