Wenn Liebe teuer wird

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Veterinary care concept with dog and cat under protective hands in clinic, animal insurance and wellness.

Der Markt für Tierversicherungen hat die Nische verlassen und wird vielschichtiger. Steigende Behandlungskosten, ein verändertes Kundenbewusstsein und eine neue Gebührenordnung haben aus einer unterschätzten Produktsparte ein ernstzunehmendes Versicherungssegment gemacht. Für Vermittler ist das eine Riesenchance.

In Deutschland leben rund 15,7 Millionen Katzen und zehn Millionen Hunde. In 43 Prozent aller Haushalte lebt mindestens ein Haustier. Und längst sind diese Tiere keine Haustiere mehr im klassischen Sinne. Sie sind Familienmitglieder, Seelentröster, tägliche Begleiter. Wer das für eine Übertreibung hält, möge sich bitte die folgende Zahl einmal ansehen: Laut einer aktuellen Haustierstudie der Uelzener Versicherung geben 90 Prozent der befragten Tierhalter an, im Zweifelsfall lieber auf eine Reise zu verzichten, als ihrem Tier eine notwendige Behandlung zu versagen. Diese emotionale Bindung hat persönliche, finanzielle Konsequenzen. Und sie verändert nebenbei auch noch den Versicherungsmarkt.

Ein Markt im Aufbruch

Untermauert wird dies durch aktuelle Zahlen: Laut der jüngsten Trendstudie „Tierversicherungen 2026“ des Marktforschungsinstituts Nordlight Research, für die rund 1.400 Tierbesitzer befragt wurden, besitzen  84 Prozent der Hundebesitzer und 90 Prozent der Pferdebesitzer mindestens eine Tierversicherung. Bei Katzen liegt die Quote mit 32 Prozent deutlich niedriger. Und damit dürfte hier auch das Wachstumspotenzial deutlich höher sein. Laut der Studie plant mehr als jeder dritte Tierhalter Neuabschlüsse. Besonders gefragt sind Tierkrankenversicherungen und Tier-OP-Versicherungen. Hier zeigen jeweils rund 20 Prozent der Befragten ein konkretes Interesse an einem Abschluss. Ohne Frage, Tierversicherungen haben die Nische mittlerweile längst verlassen. Dementsprechend hart ist der Wettbewerb in dem Segment. Universalversicherer wie Allianz, Barmenia oder Hanse Merkur – die sich nach eigenen Aussagen zum Marktführer aufschwingen will – treffen auf Spezialanbieter wie Agila, Petprotect, Lassie oder die Uelzener, die seit über 150 Jahren als Spezialversicherer im Markt ist und beim Segment Pferde die Marktführerschaft innehat. Bemerkenswert: Schaut man auf die Kundenzufriedenheit und Weiterempfehlungsbereitschaft, liegen die Spezialversicherer klar vorn. Tiefe Expertise wird im Tierversicherungsmarkt honoriert: das ist eine Botschaft, die auch für den Vertrieb gilt.

Das unterschätzte Risiko

Gleichwohl steckt hinter der positiven Marktentwicklung ein Problem, über das zu wenig geredet wird. Die meisten Tierhalter wissen nicht, was moderne Tiermedizin kostet. Eine aktuelle Meta-Studie der Allianz, die 27 wissenschaftliche und marktbasierte Quellen ausgewertet hat, kommt zu einem ernüchternden Befund: Fast 80 Prozent der Haustierbesitzer unterschätzen die Gesamtkosten für die medizinische Versorgung ihres Tieres über dessen gesamte Lebenszeit. 60 Prozent unterschätzen bereits die monatlichen Mindestkosten. Und laut einer Statista-Erhebung zahlten über 40 Prozent der Befragten mehr als 100 Euro pro Tierarztbesuch – ein Betrag, den sie zuvor für unrealistisch gehalten hatten.

Warum ist das so? Ersthalter dürfte schlicht die Erfahrung fehlen. Hinzu kommt, dass finanzielle Risiken bei dem emotionalen Thema Tier gern ausgeblendet werden. Wer seine Kostenkalkulation noch auf Erfahrungswerten vor 2022 aufbaut, unterschätzt die Realität erheblich: Die Novellierung der Gebührenordnung für Tierärzte hat die Behandlungskosten massiv angehoben, eine weiterer Preisspirale deutet sich nach Aussage einzelner Versicherer bereits an. So kostet eine Kreuzband-OP beim Hund heute im Schnitt knapp 3.000 Euro. Ein Bauchraum-Eingriff über 2.750 Euro. Eine FORL-Zahn-OP mit drei exkavierten Zähnen liegt bei rund 1.600 Euro. Das sind keine Ausnahmen. Das ist Alltag in modernen Tierarztpraxen und Kliniken.

Beratungschancen

Tierkrankenversicherungen sind erklärungsbedürftig. Es gibt verschiedene Erstattungsmodelle, Wartezeiten, Selbstbehalte, Ausschlüsse für Vorerkrankungen oder ältere Tiere. Wer das Produkt nebenbei verkauft, tut als Vermittler weder dem Kunden noch sich selbst einen Gefallen. Aber wer es wirklich durchdringt, sitzt plötzlich mitten im Leben seiner Kunden. Kaum ein anderes Versicherungsthema berührt Menschen so direkt.

Die Nordlight-Studie zeigt es: Kostengründe sind zwar die häufigste Abschlusshürde. Aber die Zahlungsbereitschaft steigt dort, wo Tierhalter die tatsächlichen Risiken kennen. Das ist der Kern der Beratungsaufgabe – nicht Angst schüren, sondern Klarheit schaffen. Wer das kann, gewinnt Vertrauen. Und einen Kunden, der nicht so schnell wieder geht. Denn wer einmal erlebt hat, dass sein Versicherer im Ernstfall wirklich zahlt, bleibt. Wir können es bestätigen. 

Dieser Artikel ist Teil des EXKLUSIV Uelzener Versicherungen. Alle Artikel des EXKLUSIV finden Sie hier.

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