Zahnzusatzversicherung: Eingeschränkte Kassenleistungen treiben Nachfrage

Zahnarzt und Zahnvorsorge. Zahnversicherung schütz vor hohen Kosten.
Foto: Cash./KI-generiert
Zahnvorsorge kostet Geld. Ein Grund, warum die Nachfragen nach Zusatzversicherung hoch ist.

Viele gesetzlich Versicherte sehen sich beim Zahnarzt mit steigenden Eigenkosten konfrontiert. Eine aktuelle Umfrage zeigt, warum sich immer mehr Menschen für eine Zahnzusatzversicherung interessieren und welche Leistungen dabei im Fokus stehen.

Eingeschränkte Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung sind für viele Menschen ein zentraler Grund, eine Zahnzusatzversicherung abzuschließen. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Vergleichsportals Verivox hervor. Von den 1.051 Befragten, die bereits eine entsprechende Police besitzen oder daran interessiert sind, nennen 46 Prozent die aus ihrer Sicht unzureichenden Kassenleistungen als entscheidenden Faktor.

Hintergrund sind schrittweise Kürzungen im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung. „Zahnärztliche Leistungen wurden in der gesetzlichen Krankenversicherung in den letzten Jahren zunehmend gekürzt. Jüngst sorgte der CDU-Wirtschaftsrat mit dem Vorschlag für Aufsehen, dass Patienten ihre Zahnarztbesuche künftig entweder selbst bezahlen oder privat absichern sollten”, sagt Aljoscha Ziller, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH.

Vorsorge und erwartete Kosten als Treiber

Neben Zahnersatz spielt auch die Vorsorge eine wichtige Rolle. 26 Prozent der Befragten wünschen sich finanzielle Unterstützung bei Prophylaxe-Maßnahmen. 27 Prozent rechnen künftig mit kostenintensiven Behandlungen und wollen sich deshalb absichern.


Das könnte Sie auch interessieren:

Zudem geben 16 Prozent an, bereits in der Vergangenheit hohe Behandlungskosten getragen zu haben, was ihr Interesse an einer Zusatzversicherung beeinflusst hat. Weitere 15 Prozent führen eine aus ihrer Sicht schlechte Zahnsubstanz als Grund an. „Eine Zahnzusatzversicherung sollte präventiv abgeschlossen werden“, sagt Ziller. „Wenn die Zähne bei Vertragsbeginn bereits stark beschädigt sind, kann das zu hohen Beiträgen, Leistungsausschlüssen oder zu einer Komplettablehnung führen.“

Hohe Ansprüche an Leistungen

Bei den erwarteten Behandlungen stehen insbesondere Kronen mit 54 Prozent und Implantate mit 52 Prozent im Fokus. 34 Prozent rechnen damit, künftig Brücken zu benötigen. Entsprechend legen viele Versicherte Wert auf hochwertige Versorgungen. Für 86 Prozent sind hochwertiger Zahnersatz und für 83 Prozent hochwertige Füllungen wichtige oder sehr wichtige Leistungen.

Auch präventive Maßnahmen bleiben relevant: 40 Prozent nennen Prophylaxe wie die professionelle Zahnreinigung als kostenintensiven Bereich. Jeweils 74 Prozent der Befragten bewerten zudem die Kostenübernahme für Parodontitis- und Wurzelbehandlungen sowie für professionelle Zahnreinigungen als wichtig oder sehr wichtig.

Ästhetik spielt untergeordnete Rolle

Ein Großteil der Befragten möchte zudem bestehenden Behandlungsbedarf absichern. 78 Prozent wünschen sich eine entsprechende Kostenübernahme, auch wenn dies in der Praxis häufig nicht Bestandteil der Tarife ist. „Zahnzusatzversicherungen übernehmen in der Regel keine Kosten für bereits diagnostizierten Behandlungsbedarf oder laufende Behandlungen“, sagt Ziller. „Die professionelle Zahnreinigung übernehmen hingegen sehr viele Tarife. Sie ist allerdings auch eine häufige Zusatzleistung der gesetzlichen Krankenkassen.“

Rein ästhetische Eingriffe sind dagegen für viele nachrangig. Nur zehn Prozent erwarten künftig hohe Kosten für Zahnaufhellungen, acht Prozent für ästhetische Korrekturen. Entsprechend zählt Bleaching lediglich für rund jeden Fünften zu den wichtigen Leistungen einer Zusatzversicherung.

Weitere Artikel
Abonnieren
Benachrichtigen bei
0 Comments
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen