„Wir wollen mit Unternehmern zusammenarbeiten“

Sollte ein Maklerpool eher breit aufgestellt sein oder sich spezialisieren, um am Markt erfolgreich zu sein?

Steinmeyer: Netfonds ist Generalist, was allerdings nicht heißen soll, dass wir alles ein bisschen machen und nichts richtig. Mit diesem Konzept sind wir einzigartig in Deutschland, da wir in allen wesentlichen Bereichen – also Versicherungen, Fonds, Beteiligungen und auch im Haftungsdach – tatsächlich nennenswert Geschäft machen. Es wird auch immer Spezialisten geben, aber die bessere Zukunft haben wir – solange wir es schaffen, in allen Bereichen auch konkurrenzfähig zu sein. Auch für potenzielle Partner ist das Generalisten-Konzept interessanter. Viele unserer Partner wickeln zu Beginn nur eine Sparte über uns ab, entschließen sich aber früher oder später, ihr gesamtes Geschäft über uns zu regeln.

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Welche Services von Pools für Makler werden künftig am wichtigsten sein?

Steinmeyer: Am wichtigsten wird auch künftig das Thema der Prozesse sein. Das ist auch der Bereich, der uns tagtäglich am meisten beschäftigt. Wir betrachten den Berater als Unternehmer und sehen es als unsere Aufgabe, den Beratungsalltag so gut wie möglich zu vereinfachen. Wir wollen nicht nur die Prozesse optimieren, sondern bieten auch Unterstützung im Marketingbereich an und agieren als eine Art Unternehmensberatung. Hierfür erstellen wir auch Reportings anhand der uns vorliegenden Daten, mit deren Hilfe sich etwaige Schwachstellen im Beratungsunternehmen aufdecken lassen.

Dümmler: Ich möchte noch zwei wichtige Punkte ergänzen. Zum einen geben wir in allen Bereichen Produktempfehlungen heraus, die zunehmend gut angenommen werden. Wir stellen fest, dass inzwischen knapp 70 Prozent allen Neugeschäfts in von uns empfohlene Produkte gehen. Wir werden von unseren Partnern also nicht als reiner Prozessanbieter wahrgenommen, sondern sie greifen vermehrt auch auf unsere Expertise im Bereich Produktprüfung zurück. Zudem ist auch das Thema Compliance, beziehungsweise Haftungsübernahme, sehr wichtig und gewinnt weiter an Bedeutung. Unser Haftungsdach ist schon seit Jahren die mit am stärksten wachsende Tochter von Netfonds und wir haben weiterhin einen extremen Zulauf. Im Versicherungsbereich haben wir vor zwei Jahren ein ähnliches Modell gestartet, bei dem wir mit Mehrfachagenten arbeiten können. Und auch dieses Geschäftsmodel wächst gerade deutlich.

Was muss ein Makler mitbringen, um mit Ihnen zusammenzuarbeiten?

Dümmler: Wir wollen mit Unternehmern zusammenarbeiten. Also mit denjenigen, die unternehmerisch denken, handeln und gut aufgestellt sind. Kleine Makler, die eher nebenher Versicherungen verkaufen, sind bei uns nicht richtig. Gleiches gilt für unser Haftungsdach. Einige Haftungsdachanbieter werben explizit um Berater, die keine 34f-Gewerbeerlaubnis machen möchten. Genau diese Berater wollen wir nicht unter unserem Haftungsdach. Wenn eine Berater hingegen überlegt, eine eigene 32er-Lizenz zu machen, dann passen wir zusammen.

Steinmeyer: Wir haben eine unternehmerische Zielgruppe. Und es ist uns gelungen, ein homogenes Miteinander unter unseren Partnern zu schaffen – mit ähnlichen Wertvorstellungen und Zielen.

Interview: Julia Böhne

Foto: Florian Sonntag

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