14. Dezember 2017, 07:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

IDD & Co.: Akzeptanz der Vermittler für Regulierung sinkt

Berater haben immer weniger Verständnis für die Regulierung ihres Berufsstands. Das geht aus einer Umfrage des AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e. V. hervor. Hierfür ist nach Ansicht des Verbands nicht zuletzt die anhaltende Diskussion um die Umsetzung der europäischen Richtlinie IDD verantwortlich.

IDD & Co.: Akteptanz der Vermittler für Regulierung sinkt

Laut AfW hat bei den Vermittlern in den letzten zwölf Monaten ein Vertrauensverlust stattgefunden.

Die Akzeptanz der deutschen Finanz- und Versicherungsvermittler für die Regulierung ihres Berufsstands sinkt. Das geht aus einer aktuellen Online-Befragung des AfW hervor, an der über 1.600 Vermittler – der Großteil davon mit Maklerstatus – teilgenommen haben.

Am besten bewerten die Befragten demnach die seit 2007 geltende Regulierung für den Versicherungsvertrieb (Paragraf 34d Gewerbeordnung (GewO)): 48,1 Prozent bewerten sie als “sehr positiv” oder “positiv” (2016: 65,4 Prozent). Die Regulierung des Vertriebs von Finanzanlagen (Paragraf 34f GewO) aus dem Jahr 2012 wird demnach von 40,0 Prozent der Befragten (sehr) positiv bewertet (2016: 53,2 Prozent).

Sinkende Zustimmung für vergangene Regulierungen

Am schlechtesten schneidet die 2014 eingeführte Regulierung der Honorarberatung (Paragraf 34h GewO) ab: Lediglich 15,8 Prozent der Vermittler sehen sie positiv oder sehr positiv. Die Regulierung für die Vermittlung von Wohnimmobilienkrediten (Paragraf 34i GewO) aus 2015 wird lediglich von 31,8 Prozent (sehr) positiv beurteilt (2016: 36,2 Prozent).

“Bei den Vermittlern hat in den letzten zwölf Monaten ein klarer Vertrauensverlust stattgefunden. Wir glauben, das liegt an nervenkostenden Diskussion rund um IDD-Umsetzung und der zum Glück in letzter Minute abgewendeten Gefahr, dass der Gesetzgeber in die Vergütung von Versicherungsmakler eingreift”, sagt AfW-Vorstand Frank Rottenbacher.

Gemischte Haltung zu IDD-Umsetzung

Trotz der immer negativeren Stimmung der Vermittler gegenüber Regulierungen im Allgemeinen, wird die nationale Umsetzung der IDD-Richtlinie demnach differenziert betrachtet. So werde die Verpflichtung zur Weiterbildung von 75 Prozent der befragten Vermittler begrüßt und nur von 19 Prozent abgelehnt.

Deutliche Ablehnung gebe es indes für eine Verpflichtung zur Offenlegung von Provisionen/Courtagen in der Versicherungsvermittlung. 59,4 Prozent der Befragten sind demnach gegen eine Offenlegung, während lediglich 20,6 Prozent der Vorgabe etwas Gutes abgewinnen können und 17,2 Prozent eine neutrale Haltung einnehmen. (jb)

Foto: Shutterstock

 

Mehr Beiträge zum Thema IDD-Umsetzung:

IDD: Die sechs wichtigsten Neuerungen für Vermittler

Versicherungsanlageprodukte: Vermittlung nach Umsetzung der IDD

IDD-Umsetzung: So nehmen Vermittler die Hürden

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Rentner bekommen ab nächstem Monat mehr Geld

Die rund 21 Millionen Rentner in Deutschland bekommen ab Juli mehr Geld. Der Bundesrat hat am Freitag in Berlin der entsprechenden Verordnung der Bundesregierung zugestimmt. Demnach steigen im Zuge der jährlichen Rentenanpassung die Bezüge im Osten um 4,2 und im Westen um 3,45 Prozent. Die Ost-Renten nähern sich damit weiter den West-Bezügen an.

mehr ...

Immobilien

Marc Drießen wird Aufsichtsrat bei Corestate

Der Immobilien und Investment Manager Corestate Capital Holding S.A. hat auf seiner Online-Hauptversammlung wie angekündigt den Aufsichtsrat neu besetzt. Eines der neuen Mitglieder ist ein langjährig bekanntes Gesicht aus der Sachwertbranche. Außerdem: Die Dividende fällt aus.

mehr ...

Investmentfonds

Deutsche Wirtschaft holt nach tiefer Rezession wieder auf

Nach der tiefen Rezession im zweiten Quartal dieses Jahres wird sich die deutsche Wirtschaft gemäß den aktuellen Bundesbank-Projektionen wieder erholen. Wie weit es runter geht und wann die Erholung in welchem Umfang wieder einsetzt.

mehr ...

Berater

Neues STO: Mit der Blockchain nach Mallorca

Die Palmtrip GmbH aus Rabenau (bei Gießen) hat die Billigung für eine tokenbasierte Schuldverschreibung von der Finanzaufsicht (BaFin) erhalten, also für ein digitales Wertpapier. Auch rechtlich betritt das Unternehmen mit den “Palm Token” Neuland – und hat dabei einen prominenten Berater.

mehr ...

Sachwertanlagen

Gezeitenkraft-Vermögensanlage von Reconcept platziert

Die als operative KG-Beteiligung konzipierte Vermögensanlage “RE13 Meeresenergie Bay of Fundy” der Reconcept aus Hamburg hat das angestrebte Platzierungsvolumen erreicht und wurde für weitere Investoren geschlossen. Das Geld fließt in schwimmende Gezeitenkraftwerke vor der Küste Kanadas.

mehr ...

Recht

Corona-Krise treibt Nachfrage nach telefonischer Rechtsberatung in die Höhe

Noch nie haben sich so viele Kunden innerhalb kürzester Zeit bei Rechtsfragen an ihren Rechtsschutzversicherer gewandt, wie in den Wochen der Corona-Krise. Im März und April konnte Versicherten in knapp 285.000 anwaltlichen Telefonberatungen geholfen werden. In normalen Monaten sind es etwa 115.000. Das zeigt eine Sonderauswertung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

mehr ...