27. April 2018, 15:08
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Baufinanzierung: EZB bleibt auf Kurs, Zinsen schwanken

Wie erwartet verkündete Mario Draghi bei der Tagung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag keine großen Kursänderungen. Anders sieht es bei den Baufinanzierungszinsen aus. Michael Neumann, Vorstand der Dr. Klein Privatkunden AG, kommentiert die Entscheidungen.

Baufinanzierung: EZB bleibt auf Kurs, Zinsen schwanken

Die derzeitige wirtschaftliche Entwicklung nimmt der EZB den Druck, die ultralockere Geldpolitik zu verändern.

Einmal mehr seien die Erwartungen der Marktteilnehmer erfüllt worden, indem keine Veränderungen vorgenommen wurden. So bleibe die EZB bei ihrer Linie der Null-Zinspolitik.

Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank, habe lediglich einige vorsichtige Nuancierungen in seinem geldpolitischen Ausblick vorgenommen.

“Mit leichten Abweichungen von seinem gewohnten Vokabular versucht Draghi, die Märkte langsam und sorgfältig auf eine Änderung der Zinspolitik vorzubereiten, um Marktverwerfungen zu vermeiden”, sagt Michael Neumann, Vorstand des Finanzdienstleisters Dr. Klein.

Druck auf EZB schwindet

Laut aktuellen Prognosen steht eine leichte Abschwächung der europäischen Wirtschaft bevor. Darüber hinaus liege die Inflation nach wie vor unter dem EB-Zielwert von zwei Prozent. In der Eurozone betrage sie im März 1,3 Prozent, in Deutschland 1,6 Prozent.

Eine nachhaltige Steigerung in diesem Bereich habe Draghi zur Bedingung für den Ausstieg aus den Anleihekäufen gemacht. Bis September dieses Jahres werde die EZB Staatsanleihen im Wert von 30 Milliarden Euro pro Monat kaufen.

Neumann zufolge nimmt die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung Draghi den Druck, Änderungen an der ultralockeren Geldpolitik der letzten Jahre vorzunehmen.

Baufinanzierungszinsen sinken im April

In den letzten Monaten habe es viel Auf und Ab bei den Baufinanzierungszinsen gegeben, wenn auch in überschaubarer Bandbreite. “Die Zinsen für Immobiliendarlehen orientieren sich an der Entwicklung der Bundesanleihen, wenn auch zeitversetzt”, erklärt Neumann.

Generell seien sie in den vergangenen Wochen gesunken, nachdem im Februar der höchste Stand seit Herbst 2015 verzeichnet worden sei. Zwar seien die Bauzinsen aktuell wieder leicht um etwa zehn Basispunkte angewachsen, jedoch handele es sich dabei um übliche Volatilität. Der Bestzins für zehnjährige Immobiliendarlehen betrage derzeit 1,28 Prozent.

Ausblick für das zweite Halbjahr 2018

Für das kommende Jahr sagt Neumann: “Ich erwarte im Jahresverlauf leicht steigende Zinsen, doch das Aufwärtspotenzial ist durch die restriktiven Maßnahmen und den vorsichtigen Kurs der EZB erheblich begrenzt.”

Er empfehle Käufern, die bereits das passende Objekt gefunden haben, sich jetzt die noch sehr günstigen Zinsen für lange Zeit zu sichern und eine entsprechend lange Zinsbindung von über zehn Jahren zu wählen.

Das gleiche gelte auch für Immobilienbesitzer, deren Anschlussfinanzierung ansteht und die eher sicherheitsorientiert sind. (bm)

Foto: Shutterstock

 

Mehr Beiträge zum Thema Baufinanzierung:

Die richtige Finanzierung für jeden Haustyp

Bauzinsen zurück vom vorläufigen Höchststand

Baufinanzierung: Immobilienkäufer wählen lange Zinsbindungen

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Feinschliff: Basler überarbeitet BU-Versicherung

Die Basler hat ihre Berufsunfähigkeitsversicherung in zahlreichen Details überarbeitet und verbessert. Man wolle bei Preis und Leistung ganz vorne mitspielen sowie Kunden und Vertriebspartner begeistern, lautet die Ansage des Versicherers.

mehr ...

Immobilien

Deutsche halten Wohneigentum durch Corona für attraktiver

Wohneigentum liegt im Trend – auch in turbulenten und ungewissen Zeiten. Für die Mehrheit der Befragten einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der Fortis AG gewinnt Wohneigentum in Anbetracht der Corona-Pandemie und ihrer möglichen wirtschaftlichen Folgen zusätzlich an Attraktivität.

mehr ...

Investmentfonds

Deutsche Konjunktur: Corona sorgt für katastrophalen Einbruch

Die Corona-Pandemie hat die Weltwirtschaft seit vielen Wochen fest im Griff und sorgt für einen historischen Rückgang der Wirtschaftsleistung. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird 2020 um neun Prozent zurückgehen, zeigt die neue IW-Konjunkturprognose. Erst im dritten Quartal 2021 wird das Niveau des vergangenen Jahres wieder erreicht – vorausgesetzt, dass es keinen erneuten globalen Schock geben wird. Ein Beitrag von Prof. Dr. Michael Hüther Direktor und Mitglied des Präsidiums des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW).

mehr ...

Berater

Kein Start der Grundrente ab Januar kommenden Jahres?

Wegen des hohen Verwaltungsaufwands hält die Deutsche Rentenversicherung einen Start der Grundrente im Januar 2021 für unrealistisch.

mehr ...

Sachwertanlagen

Reconcept: Viel Wind in Deutschland und Finnland

Die Reconcept Gruppe, Asset Manager und Anbieter ökologischer Kapitalanlagen, weist für das erste Quartal 2020 auf sehr gute Ergebnisse für ihre Windenergie-Investoren hin. Insgesamt sieht sich das Unternehmen im Branchentrend der Vermögensanlagen (inklusive andere Assetklassen).

mehr ...

Recht

Studie zur Grundsteuer: Bundesgesetz verstößt gegen die Verfassung

Das Gesetz zur Reform des Grundsteuer- und Bewertungsrechts verletzt nach Ansicht von Prof. Gregor Kirchhof, Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Finanzrecht und Steuerrecht und Direktor des Instituts für Wirtschafts- und Steuerrecht an der Universität Augsburg, das Grundgesetz. Die Gründe

mehr ...