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8. April 2014, 09:42
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“Klassik” plus Fondspolice: Experimentierfreude der Versicherer

Die Versicherungsbranche reagiert auf das Niedrigzinsumfeld – die Grenzen zwischen klassischen Policen und Fondspolicen werden fließender. Die zunehmende Experimentierfreude der Versicherer stellt Berater und Kunden vor neue Herausforderungen.

Police

Dass die Produkte immer komplexer werden, hat Kritiker auf den Plan gerufen. So heißt es vor allem von Verbraucherschützern, dass die Gefahr bestehe, dass die Kunden die Konzepte nicht mehr nachvollziehen können.

Professor Dr. Jochen Ruß, Geschäftsführer des Instituts für Finanz- und Aktuarwissenschaften (ifa) in Ulm, ist der Ansicht, dass die Branche “auf eine eventuelle Rechnungszinssenkung” reagieren müsse. “Viele klassische Produkte werden daher künftig modifiziert werden.”

Grenzen zwischen klassischen Policen und Fondspolicen verschwimmen

Es spricht viel dafür, dass sich Ruß’ These bewahrheitet. Denn schon heute ist zu beobachten, dass die Grenzen zwischen klassischen Policen und Fondspolicen fließender werden. So hat die Axa zu Jahresbeginn eine neue Altersvorsorgelösung präsentiert, die sich zwischen “Klassik” und reiner Fondspolice ansiedelt.

Bei der sogenannten Relax Rente handelt es sich um eine fondsgebundene Police mit Garantien, die über alle Altersvorsorgeschichten angeboten wird (Rürup-, Riester-, Privat- und Betriebsrente). Die Garantie beschränkt sich dabei nur noch auf die eingezahlten Beiträge und sieht vor, dass der Kunde seinen Vertrag bis zum Ende durchhält.

Garantie nur noch auf eingezahlte Beiträge

Die Axa betont, dass die Relax Rente das bestehende klassische und fondsgebundene Produktangebot nicht ersetzen, sondern erweitern soll. Die Police besteht aus drei miteinander kombinierbaren Bausteinen: Da wäre zunächst eine Garantiekomponente, die über den sogenannten Deckungsstock den Beitragserhalt für den Kunden sicherstellen soll.

Das im Deckungsstock befindliche Kapital darf nur konservativ angelegt werden. Konzepte erfordern fitte Berater. Beim zweiten Baustein “Wertzuwachs” soll der Versicherte an der Entwicklung des Aktienindexes EuroStoxx50 partizipieren, das heißt an der Performance der 50 führenden Unternehmen Europas.

Die Gewinne sind nach oben über einen sogenannten Cap gedeckelt und nach unten gegen Verluste abgesichert. Über den dritten Baustein “Rendite” kann der Relax-Kunde in bis zu drei Investmentfonds investieren.

Produkte beliebig kombinierbar

Die Axa verspricht sich von ihrer neuen Lösung, dass durch die Kombination der Bausteine jede Kundenanforderung bedient werden könne. Das ist aber noch nicht alles: Die drei Bausteine können in ebenfalls drei verschiedenen Produktvarianten miteinander kombiniert werden.

Seite zwei: Kritiker befürchten überfrachtete Produkte

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