Anzeige
27. August 2015, 08:01
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Definition des BU-Begriffs oftmals ein Problem”

Die Absicherung von Invalidität, Pflege, Langlebigkeit und Tod gehören zum Kerngeschäft der Assekuranz. Fünf Experten aus der Versicherungswirtschaft beleuchten den Biometrie-Markt und diskutieren die jüngsten Entwicklungen.

Leistungsquote

Die Teilnehmer von links: Oliver Horn, Continentale Versicherungsverbund, Gert Wagner, Swiss Life Deutschland; Andrea Schölermann, Condor Lebenversicherungs-AG; Gordon Hermanni, Zurich; Martin Gräfer, die Bayerische.

Cash.: Allen biometrischen Risiken ist gemein, dass sie das Leben von Betroffenen und Angehörigen grundlegend verändern – im schlimmsten Fall sogar beenden können. Wie kann es gelingen, dass die Versicherer stärker als verlässlicher Helfer in Notsituationen wahrgenommen werden und somit das vermeintliche Vorurteil vom Leistungsverweigerer zurückgedrängt werden kann?

Gordon Hermanni, Leiter Vertriebsdirektion Nord der Zurich Gruppe Deutschland: Unsere Philosophie ist, sich stets zu fragen, wie der Kunde im Leistungsfall behandelt werden sollte. Da geht es neben der rein monetären Leistung auch um das Thema Assistance. Denn mit der Rentenzahlung befinden wir uns keineswegs bereits am Leistungshorizont, weil es einer fachlichen Unterstützung bedarf, um Betroffene wieder ans Berufsleben heranzuführen. Das ist für unsere Kunden aber nicht verpflichtend, sondern nur eine Option, die wir anbieten. Für den Betroffenen ist immer ganz entscheidend, verschiedene Wahlmöglichkeiten zu haben, ohne dass ihm etwas diktiert wird. Ich denke, wenn wir dieses Thema mehr in den Vordergrund rücken, wird sich auch die öffentliche Wahrnehmung verbessern.

Andrea Schölermann, Leiterin Produktmanagement der Condor Lebensversicherung: Ein Problem stellt oftmals die Definition des BU-Begriffs dar, denn eine 50-prozentige BU ist für viele Kunden nur sehr schwer greifbar. Hilfreich ist da sicherlich die AU-Klausel, die sich im Markt immer stärker durchsetzt. Danach leistet der Versicherer bereits, wenn der Versicherte ein halbes Jahr krankgeschrieben worden ist – unabhängig davon, ob eine BU bereits anerkannt wurde oder nicht. Indem die BU-Prüfung erst später erfolgt, kann man als Versicherer sicherlich ein bisschen Spannung herausnehmen. Generell ist es aber für die Versicherungswirtschaft sehr schwer, sich mit den positiven Botschaften, wie etwa der Menge der täglich erbrachten Leistungen, in den Medien Gehör zu verschaffen. Diese Themen erfahren einfach nicht die gleiche mediale Resonanz wie die negativen Fälle.

Martin Gräfer, Vorstand Versicherungsgruppe die Bayerische: Ich erlebe keine Leistungsverweigerung auf breiter Front, und zwar völlig unabhängig von den Gesellschaften – und ich glaube auch nicht, dass es die gibt. Ich erlebe hingegen, dass unsere Leistungssachbearbeiter die Kunden sehr intensiv unterstützen. Denn gerade für Menschen, die psychisch oder körperlich unter Druck stehen, ist es sehr anstrengend, die richtigen Anträge herauszusuchen, um zum Beispiel bei der Deutschen Rentenversicherung Leistungen beziehen zu können. Diese Hilfe erlebe ich als sehr wohltuend. Und ich glaube, das passiert viel, viel häufiger, als das, was man heute in der Presse unter dem Schlagwort “Leistungsverweigerer” liest. Gleichwohl gibt es Dienstleister, die Versicherern offensiv dabei helfen wollen, die Schadenquote durch gutachterliche Verfahren positiv zu beeinflussen. Aber es liegt ja an uns, die Anbieter mit dem Ziel zu nutzen, in kürzester Zeit festzustellen, ob eine Berufsunfähigkeit vorliegt oder nicht.

Seite zwei: “Innerhalb von 48 Stunden auf den Leistungsantrag reagiert”

Weiter lesen: 1 2 3

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 8/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Durchstarter Indien – Führungskräfte absichern – Bausparen – US-Immobilien


Ab dem 20. Juli im Handel.

Cash. 7/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

US-Aktien – Unfallpolicen – Altersvorsorge – Ferienimmobilien

+ Heft im Heft: Cash.Special Vermögensverwaltende Fonds

Versicherungen

BVZL: Widerruf ohne rechtlichen Beistand kaum durchführbar

Der Widerruf einer Lebensversicherung ist nach Einschätzung des Bundesverbands Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen (BVZL) keinesfalls immer die beste Lösung für Versicherte, die ihren Vertrag vorzeitig auflösen wollen oder müssen.

mehr ...

Immobilien

Project Real Estate mit neuem Vertriebs-Vorstand

Die Project Real Estate AG, Dachgesellschaft der Project Immobilien, hat mit Jens Müller einen neuen Vorstand Vertrieb verpflichtet.

mehr ...

Investmentfonds

Athen gelingt Probegang an den Kapitalmarkt

Erstmals seit dem Amtsantritt Anfang 2015 ist Griechenlands Links-Rechts-Regierung unter Alexis Tsipras ein Testlauf für die angestrebte Rückkehr an den freien Kapitalmarkt gelungen.

mehr ...

Berater

IDD: Mehr Umsatz für qualitätsorientierte Makler

Die Diskussion um die Umsetzung der IDD-Richtlinie wird oft auf die Frage verkürzt, ob in Honorar oder Provision die Zukunft der Bezahlung liegt oder was mit dem Provisionsabgabeverbot geschieht. Tatsächlich bringt die IDD weit mehr Komplexität und neue Pflichten für Berater mit sich. Und das ist heute bereits sicher.

mehr ...

Sachwertanlagen

Publity bestückt Fonds Nr. 7 mit weiterem Objekt

Der Asset Manager Publity aus Leipzig hat als fünftes Objekt des Publity Performance Fonds Nr. 7 ein Bürohaus in Hamburg erworben.

mehr ...

Recht

LV-Rückabwicklung: Chance für Vermittler

Vor nicht allzu langer Zeit noch ein Insidertipp, mittlerweile ein eigenständiges Finanzprodukt: Die Rückabwicklung von Kapitalversicherungsverträgen entpuppt sich für den Vertrieb als “Geschenk des Himmels”.

Gastbeitrag von Axel Junker, Hasso24

mehr ...