Anzeige
Anzeige
24. September 2015, 08:40
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Indexpolice nichts anderes als ein Deckungsstockprodukt”

Fondspolicen ohne Garantien tun sich im Absatz schwer. Um das zu ändern, setzen immer mehr Versicherer auf neue Produkte, die kapitalmarktnah sind und zugleich auf Sicherheit setzen, wie etwa Indexpolicen. Sechs Experten aus der Assekuranz kamen zusammen, um miteinander die Altersvorsorge von morgen zu diskutieren.

Indexpolice

Von links: Wolfgang Hanssmann, Vorstand Vertrieb und Marketing, HDI Leben; Dr. Claus Mischler, Leiter Produktentwicklung, Standard Life Deutschland; Jürgen Hansemann, Direktor Produktförderung, Nürnberger Versicherung.

Cash.: Zuletzt haben sich immer mehr Lebensversicherer mit neuen Index- und Garantie-Konzepten auf den Markt gewagt. Wie würden Sie das Interesse und die Erwartungshaltung der Vertriebspartner an dieses vergleichsweise neuartige Segment beschreiben?

Dr. Claus Mischler, Leiter Produktentwicklung, Standard Life Deutschland: Wir sind noch einen Schritt weiter gegangen und haben seit April kein Garantieprodukt mehr im deutschen Markt. Trotzdem verzeichnen wir in der ersten und dritten Schicht im Vergleich zum Vorjahr deutliche Steigerungszahlen und zwar bei unseren Fondspolicen ohne Garantien. Das heißt, wenn man sich intensiv mit dem Thema beschäftigt und sich mit den Maklern zusammensetzt, dann kann man die Vertriebspartner von der eigenen Produktphilosophie überzeugen. Mit einer ähnlichen Vehemenz könnte ein großer Anbieter das wahrscheinlich gar nicht durchziehen.

Warum nicht?

Mischler: In großen Häusern geht es auch darum, dem Vertrieb zugleich ein Garantieprodukt schmackhaft zu machen. Und im Zweifel würde der Vertriebspartner häufig das Produkt mit den Garantien auswählen, denn hier bekommt er vom Produktgeber eine vermeintlich einfache Verkaufsstory mitgeliefert. Hier sollte ein Umdenken stattfinden: Wenn man sich aber einmal davon löst, offen für alternative Lösungen ist und sich auf die intensive Beratung von Produkten konzentriert, die auch ein Risiko beinhalten können, nehmen die Makler und deren Kunden dieses Risiko viel bewusster in Kauf.

Guntram Overbeck, Leiter Produktmanagement, Helvetia Leben: Der Vermittler geht immer den Weg des geringsten Widerstands, das ist einfach so. Wir von der Helvetia haben dennoch definitiv beschlossen, dass wir unseren Vertriebspartnern nur Produkte an die Hand geben, bei denen wir sicher sind, auch langfristig kein Reputationsrisiko einzugehen. Deshalb haben wir uns auch gegen die Indexpolice entschieden, obwohl wir wissen, dass sie bei Maklern sehr gut ankommt. Wir haben stattdessen im letzten Jahr ein Produkt auf den Markt gebracht, das eine tolle Verkaufsstory bietet und auch super funktioniert.

Was stört Sie genau am Konzept der Indexpolicen?

Overbeck: Die Indexpolice ist für mich, der aus dem Produktmanagement kommt, aus vermarktungstechnischer Sicht zweifellos hochinteressant. Wenn man aber mal ganz genau hinschaut, frage ich mich schon, warum eine Indexpolice mehr erwirtschaften soll als der Zins im Deckungsstock. Denn effektiv betrachtet, ist eine Indexpolice nichts anderes als ein Deckungsstockprodukt, bei dem die Überschüsse in Zertifikate und Optionen investiert werden. Caps oder Partizipationsquoten werden ja eingeführt, weil man nicht genug Überschüsse hat, um den Markt abzubilden.

Seite zwei: “Kritik ist durchaus berechtigt”

Weiter lesen: 1 2 3

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform - IDD

Ab dem 15. Dezember im Handel!

Cash. 12/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Flaggschiff-Fonds – IDW S4-Standard – Crowdinvesting – Bankenwelt

Versicherungen

Auch Mylife reduziert die Überschussbeteiligung

Die Mylife Lebensversicherung bieten ihren Kunden 2017 eine laufende Verzinsung in Höhe von 2,8 Prozent, nach 3,35 Prozent im Vorjahr.

mehr ...

Immobilien

Mietrecht: Steuerliche Anerkennung setzt Mietzahlung voraus

Liegt bei der Vermietung an Verwandte kein steuerlich anzuerkennendes Mietverhältnis vor, können die Kosten für die Wohnung nicht steuermindernd als Werbungskosten berücksichtigt werden. Die Wüstenrot Bausparkasse berichtet über ein entsprechendes Urteil.

mehr ...

Investmentfonds

Bafin greift bei komplexen Finanzwetten für Privatanleger ein

Die deutsche Finanzaufsicht Bafin greift erneut auf dem Markt für komplexe Finanzwetten für Privatanleger ein. Zum Anlegerschutz plane sie, Vermarktung, Vertrieb und Verkauf von finanziellen Differenzgeschäften – sogenannten CFDs – zu beschränken, teilte die Bafin am Donnerstag mit.

mehr ...

Berater

HSH Nordbank nach neun Monaten mit höherem Gewinn

Die HSH Nordbank sieht sich mit einem gestiegenen Gewinn für den geplanten Verkaufsprozess gewappnet. Unter dem Strich habe das Institut in den ersten neun Monaten des Jahres einen Nettogewinn von 163 Millionen Euro erzielt, teilte die Bank am Freitag mit. Im gleichen Vorjahreszeitraum waren es 24 Millionen Euro.

mehr ...

Sachwertanlagen

Zweitmarkt: Anteil der Immobilienfonds zieht kräftig an

Der Anteil von Immobilienfonds am Zweitmarkthandel ist im November auf fast 75 Prozent gestiegen. Das Handelsvolumen von Schiffsbeteiligungen hingegen ist eingebrochen.

mehr ...

Recht

Immobilienerbe: Obacht bei der Erbschaftsteuer

Beim Erben von Wohnungseigentum entfällt die Erbschaftsteuer nur, wenn der Erbe die Wohnung selber nutzt. Anderenfalls muss die Steuer entrichtet werden – auch wenn die Immobilie unentgeltlich engen Familienmitgliedern überlassen wird.

mehr ...