Apple hat das zweite Geschäftsquartal 2026 (Januar bis März) mit einem Rekordergebnis abgeschlossen. Der Konzern erzielte einen Umsatz von 111,2 Milliarden Dollar – ein Anstieg von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr – und übertraf damit die Analystenerwartungen um rund zwei Prozent. Der Gewinn kletterte auf 29,6 Milliarden Dollar, der Gewinn je Aktie lag bei 2,01 Dollar und übertraf die Prognose von 1,93 Dollar.
Stärkstes Segment blieb das iPhone-Geschäft mit einem Umsatz von 57 Milliarden Dollar – ein Plus von 21,7 Prozent. Den zweiten Wachstumsmotor bildete das Servicegeschäft, das mit 31 Milliarden Dollar einen neuen Allzeit-Rekord markierte und eine Bruttomarge von 76,7 Prozent erzielte. iPad legte auf 6,9 Milliarden Dollar zu, der Mac-Umsatz stieg auf 8,4 Milliarden Dollar. Die Gesamtbruttomarge verbesserte sich auf 49,3 Prozent.
Bemerkenswert war das Abschneiden in der Region Großchina, die trotz anhaltender geopolitischer Spannungen ein Umsatzplus von 28,1 Prozent verzeichnete. Apples installierte Gerätebasis wuchs auf mehr als 2,5 Milliarden aktive Geräte weltweit – ein neuer Höchststand, der die Grundlage des wachsenden Servicegeschäfts weiter festigt.
KI-Offensive: WWDC 2026 rückt in den Fokus
Der strategisch bedeutendste Termin des Jahres steht unmittelbar bevor: Vom 8. bis 12. Juni findet Apples Worldwide Developers Conference (WWDC) in Cupertino statt. Investoren und Analysten erwarten von der Konferenz konkrete Ankündigungen zur KI-Strategie des Konzerns – insbesondere zu Apple Intelligence, dem Rahmenwerk, mit dem Apple generative KI tief in seine Betriebssysteme integriert.
Im Zentrum steht ein umfassender Umbau von Siri. Apple bereitet nach übereinstimmenden Berichten seinen bisher größten Eingriff in den Sprachassistenten vor: Siri soll künftig agentische Fähigkeiten erhalten, multimodal interagieren können und durch eine Integration von Google Gemini deutlich leistungsfähiger werden. Kurz vor der Konferenz tauchte auf Apples Servern eine neue Subdomain „genai“ auf – ein weiteres Indiz für bevorstehende Produktankündigungen.
Mit iOS 27 erwartet Nutzer eine neue Siri-Erfahrung, die sich laut Berichten deutlich stärker an einem Chatbot orientiert als am bisherigen Sprachassistenten. Für Apple ist die WWDC zugleich die Gelegenheit zu zeigen, wie der Konzern KI-Funktionen langfristig monetarisieren will – etwa über Premium-Abonnements im Rahmen von Apple Intelligence.
China-Abhängigkeit und Zölle bleiben strukturelles Risiko
Trotz der starken Quartalszahlen bleibt Apples Abhängigkeit von China das zentrale strukturelle Risiko. Gut 90 Prozent der iPhone-Produktion entfallen noch immer auf chinesische Fertigungspartner. US-Strafzölle auf chinesische Importe erhöhen den Kostendruck und könnten die Margen mittelfristig belasten.
Apple reagiert mit einer Verlagerungsstrategie: Der Konzern baut die Produktion in Indien und Teilen Südostasiens aus, doch Analysten schätzen, dass dieser Übergang den Konzern in den kommenden Jahren noch Milliarden Dollar kosten wird. Die Streuung der Lieferkette ist auf Jahre angelegt, nicht auf Quartale.
An der Börse notiert die Apple-Aktie derzeit bei rund 298 Dollar. Das durchschnittliche Analystenkursziel liegt bei rund 305 Dollar. Als Katalysator für den nächsten Kursschritt gilt die WWDC: Anleger beobachten genau, welche konkreten KI-Ankündigungen Apple dort macht und ob diese die Erwartungen an neue Erlösmodelle erfüllen.














