Der deutsche Baufinanzierungsmarkt hat sich im zweiten Quartal 2026 nach dem außergewöhnlich starken Jahresauftakt wieder auf ein gewohntes Niveau eingependelt. Das geht aus einer Auswertung der Kundendaten des Baufinanzierungsvermittlers Hüttig & Rompf hervor. Während Eigennutzer den Markt weiterhin tragen, agieren Kapitalanleger im anhaltend volatilen Zinsumfeld deutlich selektiver.
Besonders deutlich zeigt sich die Normalisierung bei der Eigenkapitalquote. Nachdem sie bei Eigennutzern im ersten Quartal mit rund 30,6 Prozent ein Mehrjahreshoch erreicht hatte, sank sie im zweiten Quartal auf 27,4 Prozent und lag damit nahezu auf dem Niveau des Vorjahresquartals von 27,2 Prozent, teilt das Unternehmen mit. Das durchschnittlich eingebrachte Eigenkapital verringerte sich um 12,9 Prozent auf 147.844 Euro. Gleichzeitig stieg die durchschnittliche Darlehenssumme auf 390.892 Euro nach 385.300 Euro im Vorquartal und 369.663 Euro im zweiten Quartal 2025.
Die geringere Eigenkapitalquote wirkt sich auch auf die Finanzierungskosten aus. Die durchschnittliche monatliche Gesamtrate erhöhte sich gegenüber dem Vorquartal um 3,0 Prozent und gegenüber dem Vorjahresquartal um 9,7 Prozent auf 1.996 Euro.
Zinsbindung kehrt zum Standard zurück
Auch bei der Wahl der Zinsbindung zeigt sich eine Rückkehr zum gewohnten Bild. Nachdem im ersten Quartal noch kürzere Laufzeiten stärker nachgefragt wurden, um auf sinkende Zinsen zu spekulieren, entscheiden sich Käuferinnen und Käufer inzwischen wieder häufiger für langfristige Planungssicherheit. Der Anteil der zehnjährigen Zinsbindung stieg bei Eigennutzern auf 86,7 Prozent nach 82,6 Prozent im Vorquartal. Bei Kapitalanlegern erhöhte sich der Anteil von 83,9 auf 88,7 Prozent.
Die Nachfrage wird weiterhin vor allem von Eigennutzern getragen. Kapitalanleger halten sich dagegen spürbar zurück. Die Zahl der von Hüttig & Rompf vermittelten Finanzierungen in diesem Segment ging gegenüber dem Vorquartal um 26,4 Prozent und gegenüber dem Vorjahresquartal um 23,3 Prozent zurück. Ihr Anteil am Gesamtmarkt sank von 19,6 auf 15,7 Prozent. Höhere Finanzierungskosten verringern die Attraktivität fremdfinanzierter Immobilieninvestitionen.
Nach Angaben des Unternehmens entwickelt sich das Vermittlungsgeschäft trotz dieser Marktverschiebung in beiden Käufersegmenten weiterhin konstant.
Geopolitik prägt die Bauzinsen
Die Bauzinsen bewegten sich im zweiten Quartal 2026 für zehnjährige Darlehen überwiegend in einer Spanne zwischen 3,5 und knapp vier Prozent. Nach dem deutlichen Anstieg infolge der Eskalation des Nahost-Konflikts Ende Februar und Anfang März verlief die Entwicklung im weiteren Quartalsverlauf weitgehend seitwärts bis leicht steigend.
Die Leitzinsanhebung der Europäischen Zentralbank Mitte Juni hatte dagegen kaum Einfluss auf die Bauzinsen. Diese orientieren sich weiterhin vor allem an den Renditen am Kapitalmarkt.
„Die Bauzinsen bleiben sensibel gegenüber der geopolitischen Lage“, sagt Benjamin Papo, Geschäftsführer der Bilthouse-Gruppe. „Für das zweite Halbjahr rechnen wir mit einer hohen Volatilität bei leicht steiggender Tendenz. Für Käuferinnen und Käufer bedeutet das: Wer über ausreichend Eigenkapital verfügt und eine belastbare Haushaltsrechnung vorweisen kann, findet nach wie vor solide Finanzierungsmöglichkeiten. Die Luft für spontane Käufe ohne finanziellen Puffer wird jedoch dünner – das zeigt sich besonders deutlich im Rückzug der Kapitalanleger.“















