Der aktuelle Hitzereport der DAK-Gesundheit, für den das Meinungsforschungsinstitut Forsa eine repräsentative Umfrage durchgeführt hat, zeichnet ein deutliches Bild: 30 Prozent der Bevölkerung berichten von gesundheitlichen Beschwerden durch hohe Temperaturen. Im Vergleich zu vor drei Jahren entspricht das einem Anstieg um zehn Prozentpunkte.
Besonders auffällig ist die geschlechtsspezifische Diskrepanz: Frauen sind mit 40 Prozent fast doppelt so häufig betroffen wie Männer mit 21 Prozent. Auch die Altersgruppe der 30- bis 44-Jährigen meldet mit 35 Prozent überdurchschnittlich häufig Beschwerden. In Großstädten leiden 38 Prozent der Befragten unter hitzebedingten Gesundheitsproblemen.
Unter den gemeldeten Symptomen dominieren Abgeschlagenheit, Schlafprobleme, Kreislaufbeschwerden und Kopfschmerzen. Fünf Prozent der Betroffenen haben deshalb einen Arzt aufgesucht. 94 Prozent der Befragten geben hingegen an, gut informiert zu sein und zu wissen, wie sie sich persönlich schützen können.
Pflege und Kinderbetreuung besonders von Hitzewellen betroffen
Eine große Mehrheit der Befragten sieht schwere körperliche Arbeit in Handwerk, Bau und Produktion mit 89 Prozent als den am stärksten hitzegefährdeten Bereich. Knapp dahinter folgt der Pflegebereich mit 86 Prozent. Schulen und Kindergärten werden von 58 Prozent der Befragten als stark eingeschränkt wahrgenommen – im Vorjahr waren es noch 49 Prozent.
Trotz dieser Wahrnehmung halten knapp drei Viertel der Befragten (72 Prozent) die bisherigen Hitzeschutzmaßnahmen für unzureichend. Bei jungen Menschen zwischen 18 und 29 Jahren liegt dieser Anteil sogar bei 82 Prozent. Parallel dazu wachsen die Sorgen: 40 Prozent der Befragten machen sich große, mehr als jeder Fünfte (22 Prozent) sogar sehr große Sorgen vor weiteren Hitzewellen und Extremwetterereignissen.
Auch junge Erwachsene zwischen 18 und 29 Jahren zeigen sich mit 37 Prozent vergleichsweise besorgt. Unter Großstadtbewohnern in Städten mit mindestens 500.000 Einwohnern äußern 29 Prozent sehr große Sorgen.
DAK-Chef fordert bessere Hitzeschutzpläne von Bund und Kommunen
Andreas Storm, Vorstandschef der DAK-Gesundheit, sieht dringenden Handlungsbedarf: „Hitzewellen werden zunehmend zur Belastung: Wenn ein Drittel der Bevölkerung schon Gesundheitsprobleme hatte, dann muss der Hitzeschutz gerade für ältere Menschen, chronisch Kranke und Kinder verbessert werden.“ Storm sagt weiter: „Es ist alarmierend, wenn die große Mehrheit der Menschen Sorge vor dem Extremwetter hat und die aktuellen Maßnahmen nicht ausreichend findet. Deshalb müssen Bund, Länder und Kommunen verstärkt an ihren Hitzeschutzplänen arbeiten.“
Die DAK-Gesundheit reagiert auf die steigenden Belastungen und verstärkt ihre Aufklärungsarbeit. Informationen und Gesundheitstipps zum Umgang mit Hitze stellt die Krankenkasse unter www.dak.de/hitze bereit.















