Einzelhandel: Warum sich nur die stärksten Standorte behaupten

Foto: KI-generiert mit ChatGPT
Die Nachfrage nach Einzelhandelsflächen konzentriert sich auf die stärksten innerstädtischen Lagen. (mit KI generiertes Symbolbild)

Die Innenstädte verändern sich: Während sich Top-Lagen im Einzelhandel stabil zeigen, geraten viele Nebenlagen weiter unter Druck. Neue Marktdaten von Bulwiengesa und Immoscout24 verdeutlichen, wie sich Angebot, Nachfrage und Flächennutzung verschieben.

Die Entwicklung am Einzelhandelsimmobilienmarkt verläuft zunehmend unterschiedlich. Während sich die Spitzenmieten in den 1A-Lagen der deutschen A-Städte stabil bei rund 250 Euro je Quadratmeter halten, wächst der Abstand zu weniger gefragten Standorten weiter.

Das geht aus dem erstmals veröffentlichten „Gewerbebarometer“ von Bulwiengesa und ImmoScout24 hervor. Die Analyse kombiniert Markt- und Transaktionsdaten von Bulwiengesa mit Angebots- und Nachfragedaten aus Millionen Inseraten von ImmoScout24.


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Die Daten zeigen, dass die Nachfrage nach Einzelhandelsflächen in den A-Städten seit 2022 leicht gestiegen ist und um sechs Indexpunkte zulegte. Im übrigen Bundesgebiet sank sie dagegen auf einen Indexwert von 79. Gleichzeitig nahm das Angebot an Einzelhandelsflächen um rund 33 Prozent zu.

Einzelhandel: Nachfrage konzentriert sich auf Top-Lagen

„Wir sehen im Einzelhandel keine flächendeckende Erholung, sondern eine klare Konzentration auf die stärksten innerstädtischen Lagen. Die klassischen 1A-Standorte behaupten sich, während viele Nebenlagen strukturell unter Druck bleiben und andere Nutzungskonzepte benötigen“, erklärt Oliver Rohr, Head of Consulting bei Bulwiengesa.

Nach Einschätzung der Analysten setzt sich damit ein struktureller Wandel der Innenstädte fort. Die klassischen 1A-Lagen konzentrieren sich zunehmend auf wenige stark frequentierte Straßenzüge mit etablierten Marken und Handelskonzepten. Während sich dort die Spitzenmieten auf hohem Niveau behaupten, stehen B- und Nebenlagen weiterhin vor Anpassungen.

Zugleich verändert sich die Nutzung der Flächen. Neben klassischen Einzelhandelsangeboten gewinnen Gastronomie, Freizeitangebote und Dienstleistungen an Bedeutung. Größere Verkaufsflächen verlieren an Attraktivität, während kleinere und flexibel nutzbare Einheiten mit effizienten Grundrissen stärker gefragt sind.

Innenstädte verändern ihre Funktion

Parallel verändert sich die Nutzung der Flächen grundlegend: Klassische Handelskonzepte werden zunehmend durch Gastronomie, Freizeitangebote und Dienstleistungen ergänzt oder ersetzt. Vor allem größere Flächen verlieren an Attraktivität, während kleinere, flexibel nutzbare Einheiten mit effizienten Grundrissen stärker nachgefragt werden.

Die Folge: Innenstädte verlieren zwar Verkaufsfläche, gewinnen aber an Profil – und entwickeln sich von reinen Einkaufsorten zu multifunktionalen Erlebnisräumen, so Bulwiengesa und Immoscout24.


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