EZB-Zinsentscheid: Insight-Investment-Experte warnt vor Fehlern der Vergangenheit

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EZB-Turm in Frankfurt mit Ölfass im Vordergrund und einer stark schwankenden roten Kurve im Hintergrund.
Bild: KI-generiert
Ein Fehler wie 2011 würde die Notenbank teuer zu stehen kommen.

Vor dem nächsten EZB-Zinsentscheid warnt Harry Jones von Insight Investment: Die Notenbank dürfe nicht wie 2011 mitten in einem Ölpreisschock die Zinsen anheben. Die aktuelle Lage gebe ihr zwar mehr Spielraum als 2022 - ein zu harter Kurs könnte die Wirtschaft aber so stark bremsen, dass er bald wieder korrigiert werden müsste.

Vor dem nächsten EZB-Zinsentscheid warnt Harry Jones die Europäische Zentralbank (EZB) vor einer Wiederholung früherer Fehler. Jones ist Portfolio Manager für globale Zinsmärkte beim Vermögensverwalter Insight Investment. Hintergrund ist eine für die Notenbank unangenehme Gemengelage: Die Konjunktur in der Eurozone zeigt sich robust. Zugleich zieht ein erneuter, energiebedingter Preisauftrieb die Inflation wieder an.

Warum die EZB den Fehler von 2011 nicht wiederholen darf

Vor dem EZB-Zinsentscheid stellt sich für die Notenbank daher die Frage, wie sie auf den erneuten Inflationsdruck reagiert. Hält der Energieschock an, könnte sie ihre Geldpolitik nach Einschätzung von Jones weiter straffen müssen - im Zweifel über eine weitere Leitzinserhöhung.

„Die EZB wird sich des Risikos bewusst sein, den Fehler von 2011 zu wiederholen, als die Zinsen mitten in einem Ölschock angehoben wurden“, sagt Jones.

Der Unterschied zum EZB-Zinsentscheid von 2022

Anders als 2022 habe die Teuerung zu Beginn der aktuellen Phase nahe am Zielwert der Notenbank gelegen, erklärt Jones. Das gebe den Verantwortlichen zusätzlichen Spielraum bei der Einschätzung. Offen sei, ob die gestiegenen Energiepreise auf breiter Front zweite Preisrunden auslösen oder ob der Schub bald wieder nachlässt.


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EZB-Zinsentscheid: Risiko einer raschen Kehrtwende im Jahr 2027

„Das Risiko besteht darin, dass eine zu aggressive Straffung das Wachstum derzeit so stark schwächt, dass im Jahr 2027 eine rasche Kehrtwende erforderlich wird“, sagt Jones. Eine zu scharfe Zinspolitik könnte die Konjunktur demnach stärker bremsen als beabsichtigt. Die EZB müsste ihren Kurs dann schon bald wieder korrigieren.

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