Michael Nizard, Head of Multi-Asset & Overlay bei Edmond de Rothschild Asset Management zur Zinserhöhung in den USA:
„Dass die Fed die gestrige Zinsentscheidung einstimmig getroffen hat, ist aus unserer Sicht das entscheidende Signal: Es zeigt, dass die amerikanische Notenbank gegen mögliche Einmischungen aus der Politik ihre Unabhängigkeit wahren will.
In unserem Basisszenario gehen wir weiterhin davon aus, dass die Geldpolitik zwar auf Sicht die Zügel anzieht, aber kein lang andauernder Zyklus von Zinserhöhungen bevorsteht. Diese Prognose hängt allerdings weitgehend von der geopolitischen Entwicklung ab.
Die größte Unsicherheit geht vom Nahen Osten aus. Je nachdem, wie sich der Konflikt weiterentwickelt, könnten die Ölpreise auf Dauer hoch bleiben. Dagegen hat die Geldpolitik nur begrenzte Handlungsmöglichkeiten. Die Erfahrung zeigt, wie wenig Notenbanken gegen den Inflationsdruck ausrichten können, wenn dieser von den Rohstoffpreisen getrieben wird. Kevin Warsh hat außerdem betont, dass die Fed den Arbeitsmarkt nicht schädigen dürfe, um die Inflation einzudämmen. Daraus lässt sich schließen, dass er einen vollständigen Zyklus von Zinserhöhungen für nicht notwendig hält.
Auf der Grundlage der aktuell vorliegenden Informationen sehen wir das momentane Zinsniveau als Chance, das Engagement in Anleihen deutlich zu verstärken, um Carry-Erträge zu erzielen – vor allem mit kurzen bis mittleren Laufzeiten.“















