Tiffany Wilding, Ökonomin bei PIMCO: Was ist passiert?
Die Verbraucherpreise (CPI) sind im August stärker gestiegen als erwartet. Ausschlaggebend dafür war vor allem ein deutlicher Anstieg der Preise für Mobilfunkdienstleistungen. Ohne diese Kategorie hätte die Kerninflation im Monatsvergleich eher bei 0,2 Prozent gelegen. Die übrigen Bereiche entsprachen weitgehend den Erwartungen. Die aktuellen Daten führen jedoch rechnerisch dazu, dass wir unsere Prognose für die Inflationsrate zum Jahresende 2026 um 0,1 Prozentpunkte auf 2,6 Prozent anheben.
Was bedeutet das?
Insgesamt haben die CPI-Daten unseren Ausblick für die Inflation und die Konjunktur nicht wesentlich verändert. Die zugrunde liegende Inflation hat Fortschritte gemacht, auch wenn sie unter Anwendung verschiedener Messgrößen weiterhin über dem Ziel von 2 Prozent liegt. Es spricht nach wie vor einiges dafür, dass sich die Inflation weiter in die gewünschte Richtung entwickeln wird.
Dennoch: Die Energiepreise sind nach wie vor erhöht und die Lage im Nahen Osten ist volatil. Zusammen mit der zugrunde liegenden Inflation oberhalb des 2-Prozent-Ziels ergibt sich für uns folgendes Basisszenario: Die Fed könnte sehr wohl die Zinsen ein paar Mal anheben, um zu verhindern, dass die Inflationserwartungen weiter ansteigen.
Wie geht es jetzt weiter?
Wir erwarten nun, dass die US-Notenbank im September die Leitzinsen um 25 Basispunkte anheben wird, wobei danach weitere Zinsschritte möglich sind. Sollten sich die Inflationsdaten jedoch weiter verbessern, könnten zusätzliche Zinserhöhungen letztlich ausbleiben.
Die aktualisierten Projektionen der Fed (SEP) in der kommenden Woche dürften mehr Klarheit über die Einschätzung des gesamten Offenmarktausschusses (FOMC) bringen. Zinsentscheidungen über die September-Sitzung hinaus dürften stark von der Entwicklung der Konjunktur- und Inflationsdaten abhängen.

Tiffany Wilding (Foto: PIMCO)










