Franke und Bornberg: Grundfähigkeits-Rating 2026 – nur jeder sechste Tarif erreicht Bestnote

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Michael Franke
Foto: Franke und Bornberg
Michael Franke, Gründer und Geschäftsführer von Franke und Bornberg

Das Grundfähigkeits-Rating 2026 von Franke und Bornberg zeigt: Nur 15,6 Prozent der analysierten Tarife erreichen die Höchstnote FFF+, im Vorjahr waren es noch 38 Prozent. Verschärfte Bewertungsmaßstäbe und eine neue Kern-Grundfähigkeit machen den Unterschied. Welche Tarife noch mithalten können.

Franke und Bornberg hat das Grundfähigkeits-Rating 2026 veröffentlicht und dabei die Bewertungsmaßstäbe deutlich verschärft. Von 96 analysierten Tarifkonfigurationen bei 26 Versicherern erreicht nur noch ein kleiner Teil die Höchstnote: 15,6 Prozent der Tarife erhalten die Note FFF+. Im Vorjahr lag dieser Anteil noch bei 38 Prozent.


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Verantwortlich dafür ist keine allgemeine Qualitätsverschlechterung, sondern eine überarbeitet Methodik. So hat Franke und Bornberg hat die Gewichtung von 14 Kriterien reduziert, die sich am Markt inzwischen als einheitlicher Standard durchgesetzt haben. Frühere Qualitätsunterschiede zwischen den Tarifen sind bei diesen Merkmalen verschwunden, weshalb sie in der Gesamtbewertung künftig weniger ins Gewicht fallen, erläutet das Analysehaus.

Gleichzeitig erweitert Franke und Bornberg den Kriterienkatalog um zwei neue Elemente. Aufgenommen ist die Kern-Grundfähigkeit „Gleichgewichtssinn“, die einen eigenständigen, praxisrelevanten Verlustfall abbildet, der sich nicht auf bereits bewertete Fähigkeiten zurückführen lässt. Hinzu kommt das Kriterium „Angebot von Unterstützungsleistungen“, das Beratungsangebote zu medizinischen Fragen berücksichtigt, darunter die Vermittlung einer fachlichen Zweitmeinung oder spezialisierter Ärzte sowie Unterstützung bei der medizinischen und beruflichen Rehabilitation.

Methodik: Was im Rating 2026 zählt und was nicht mehr

Zwei Kriterien entfallen hingegen aus dem Bewertungsrahmen: „Zulässige Aufenthaltsdauer außerhalb des Geltungsbereichs“ und „Wiederaufleben des Versicherungsschutzes ohne erneute Gesundheitsprüfung“. Beide erfüllt der Markt inzwischen praktisch einheitlich, eine Differenzierung ist damit nicht mehr möglich.

„Der Markt hat bei früheren Unterscheidungsmerkmalen nachgezogen: Kriterien, die noch vor wenigen Jahren echte Qualitätsunterschiede zwischen den Tarifen zeigten, erfüllt heute nahezu jeder Versicherer. Damit sie nicht länger die eigentlichen Unterschiede überstrahlen, verlieren sie in unserer Methodik an Gewicht. Gleichzeitig erweitern wir mit der neuen Grundfähigkeit „Gleichgewichtssinn“ den Kriterienkatalog um einen eigenständigen, praxisrelevanten Aspekt, den bestehende Kriterien bislang nicht abdeckten“, erklärt Michael Franke, Gründer und Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH.

Insgesamt bewertet das Rating 2026 nun 71 Kriterien. Grundprinzip bleibt dabei: Die bloße Anzahl versicherter Fähigkeiten in den Bedingungen spielt für die Note keine Rolle, da sie sich nach Belieben nahezu endlos ausbauen ließe, ohne echte Mehrwerte für Versicherte zu schaffen. Franke und Bornberg bewertet den Grundfähigkeitsmarkt seit 2014 und passt das Verfahren regelmäßig an aktuelle Marktentwicklungen an.

Notenspiegel 2026: Verteilung der Noten im Überblick

Der aktuelle Notenspiegel zeigt, dass 39,6 Prozent der Tarife die Note FFF erhalten und 28,1 Prozent die Note FF+. 16,7 Prozent kommen nicht über die Note F+ hinaus, während die Noten F und F- derzeit an keinen Tarif vergeben werden. Bei vielen Tarifen mit schlechterer Bewertung liegt dies insbesondere an der fehlenden Absicherung von Kern-Grundfähigkeiten wie dem neu aufgenommenen Gleichgewichtssinn.

Die Grundfähigkeitsversicherung gehört zu den jüngeren Produktlinien der Arbeitskraftabsicherung. Trotz wachsendem Angebot haben sich einheitliche Marktstandards bislang nicht herausgebildet: Anzahl, Auswahl und Definition der versicherten Fähigkeiten unterscheiden sich von Gesellschaft zu Gesellschaft erheblich, was den Vergleich für Vermittler und Verbraucher erschwert.

Gleichzeitig gewinnt die Leistungspraxis zunehmend an Bedeutung. Die Zahl der tatsächlichen Leistungsfälle steigt, sodass belastbarere Erfahrungswerte zur Regulierungsqualität der Anbieter vorliegen. Laut dem Leistungspraxisrating von Franke und Bornberg führen am häufigsten Erkrankungen des Bewegungsapparates, insbesondere der Arme und Beine, zu einer Anerkennung.

Anerkennungsquote deutlich unter BU-Niveau

Die Anerkennungsquote in der Grundfähigkeitsversicherung liegt aktuell bei rund 36 Prozent. Zum Vergleich: Die Leistungspraxisstudie von Franke und Bornberg weist für die Berufsunfähigkeitsversicherung eine Anerkennungsquote von fast 80 Prozent aller Anträge aus. Aufgrund der teilweise noch jungen Bestände ist die Aussagekraft der GF-Quote allerdings eingeschränkt.

„Gerade weil sich Grundfähigkeitsversicherungen in Leistungsumfang und Definitionen deutlich unterscheiden, kommt einer sorgfältigen Beratung besondere Bedeutung zu. Vermittler sollten ihren Kunden transparent aufzeigen, welche konkreten Voraussetzungen für eine Leistung erfüllt sein müssen und wo die Grenzen des Versicherungsschutzes liegen. Ein realistisches Erwartungsmanagement ist entscheidend, damit aus einer vermeintlich einfachen Absicherung keine falschen Vorstellungen über den Leistungsfall entstehen“, empfiehlt Philipp Wedekind, Leiter Rating Vorsorge und Nachhaltigkeit bei Franke und Bornberg.

Die Bewertungsrichtlinien und alle Ergebnisse auf Tarifebene veröffentlicht Franke und Bornberg auf seiner Website.


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