Junge Erwachsene schätzen ihre Zukunftsaussichten heute deutlich zurückhaltender ein als noch vor der Corona-Pandemie. Gleichzeitig sinkt das Vertrauen in die Möglichkeit, das eigene Leben selbst zu gestalten. Parallel dazu wächst der Einfluss der Eltern auf Finanz- und Versicherungsentscheidungen ihrer erwachsenen Kinder. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Zielgruppenuntersuchung des Kundenmonitors Assekuranz von Sirius Campus.
Für die Untersuchung wurden im April und Mai 2026 insgesamt 2.163 repräsentative Online-Interviews mit Versicherungsentscheidern und Mitentscheidern im Alter von 18 bis 69 Jahren geführt. Darunter befanden sich 419 junge Erwachsene bis 35 Jahre sowie 828 Eltern mit mindestens einem Kind bis 25 Jahre.
Sowohl junge Erwachsene als auch deren Eltern berichten demnach, dass der familiäre Einfluss auf Versicherungsentscheidungen in den vergangenen sechs Jahren zugenommen hat. Hinzu kommt, dass Eltern häufig einen Teil der Versicherungsbeiträge ihrer erwachsenen Kinder übernehmen. Empfehlungen aus dem persönlichen Umfeld zählen damit weiterhin zu den wichtigsten Orientierungshilfen bei Versicherungsentscheidungen.
Familien wünschen sich Orientierung bei der Absicherung
Auch das Interesse an speziell auf junge Erwachsene zugeschnittenen Versicherungspaketen bleibt hoch. Gegenüber den Erhebungen aus den Jahren 2020 und 2022 gewinnt insbesondere ein umfassendes Paket mit Berufsunfähigkeits-, privater Unfall- und Cyber-Risk-Versicherung an Attraktivität. Gleichzeitig verändert sich der Versicherungsbedarf mit zunehmendem Alter: Während bei 18- bis 25-Jährigen zunächst private Haftpflicht-, Kfz- und Auslandsreisekrankenversicherung im Vordergrund stehen, gewinnen später vor allem Berufsunfähigkeits- und Zahnzusatzversicherung an Bedeutung.
Auch Familien messen der eigenen Absicherung eine hohe Bedeutung bei. Die Absicherung der Kinder hat für sie sogar Vorrang vor der Absicherung der Hauptverdiener. Gleichzeitig fühlt sich knapp die Hälfte der Familien bei der Auswahl des passenden Versicherungsschutzes unsicher. Besonders ausgeprägt ist diese Verunsicherung bei Familien mit Kindern unter acht Jahren. Entsprechend groß ist der Wunsch nach Beratung und nach Lösungen, die mehrere Versicherungen bündeln.
Ein Familien-Versicherungspaket stößt auf eine hohe Akzeptanz: 45 Prozent der befragten Familien würden ein solches Angebot bestimmt oder wahrscheinlich abschließen. Ist dafür allerdings ein Anbieterwechsel erforderlich, sinkt die Abschlussbereitschaft. Dennoch können sich weiterhin 29 Prozent der Familien einen Abschluss vorstellen, bei Familien mit Kindern zwischen acht und 14 Jahren sogar 40 Prozent.
Versicherer sollten beide Generationen ansprechen
Darüber hinaus interessieren sich Familien für zusätzliche Leistungen. Besonders gefragt ist die Möglichkeit, volljährige Kinder nach Abschluss von Schule oder Berufsausbildung weiterhin mitzuversichern, sofern sie noch im Elternhaus leben. Ebenfalls auf großes Interesse stoßen Erweiterungen der privaten Unfallversicherung sowie Rentenversicherungen mit flexiblen Beitragszeiten. Vor allem Familien mit Kindern zwischen acht und 17 Jahren zeigen hier eine hohe Nachfrage.
„Die Ergebnisse zeigen, dass Versicherungsentscheidungen häufig nicht isoliert getroffen werden, sondern im familiären Umfeld entstehen“, erläutert Christoph Müller, Geschäftsführer und Gründer der Sirius Campus GmbH. „Für Versicherer lohnt es sich deshalb, junge Erwachsene und ihre Eltern nicht getrennt zu betrachten, sondern beide Generationen in der Kundenansprache mitzudenken“.
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