Zweiter EZB-Zinsschritt 2026: Immobilienmarkt unter Druck

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Baufinanzierung: Es wird nachgerechnet
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Die Finanzierung von Wohneigentum verteuert sich tendenziell.

Die EZB hat den Einlagensatz erneut angehoben – auf nun 2,50 Prozent. Für die Immobilienwirtschaft ist das weniger eine Überraschung als ein Signal: Der Ausblick auf ein dauerhaft höheres Zinsniveau könnte den Markt stärker belasten als der einzelne Schritt selbst.

Die Europäische Zentralbank hat den Einlagensatz um 25 Basispunkte auf 2,50 Prozent angehoben. Nach der Zinserhöhung im Juni und einer Pause im Juli ist dies der zweite Schritt in diesem Jahr. Hintergrund ist die weiterhin erhöhte Inflation im Euroraum: Im August kletterte die Inflationsrate nach einer Schätzung auf 3,3 Prozent, nach 2,9 Prozent im Juli. Ausschlaggebend waren vor allem höhere Energiepreise, während die Kerninflation weitgehend stabil blieb. Das mittelfristige Inflationsziel der EZB von 2,0 Prozent bleibt damit deutlich verfehlt.


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Die Energiepreise gelten als zentraler Risikofaktor für den weiteren Zinspfad. Durch die erneute Eskalation im Nahen Osten sind die Ölpreise wieder gestiegen, eine nachhaltige Entspannung ist derzeit nicht absehbar. Entscheidend für die Geldpolitik sei deshalb, ob der Energiepreisschock vorübergehend bleibt oder auf andere Preise und Löhne durchschlägt. Für ausgeprägte Zweitrundeneffekte gibt es nach Einschätzung von Annika Steiner MRICS, Partnerin und Managing Director bei Wüest Partner, bislang keine deutlichen Anzeichen.

Erleichtert haben dürfte der EZB den Schritt die zuletzt robuste Konjunktur. Die Wirtschaft des Euroraums wuchs im zweiten Quartal 2026, und auch jüngste Indikatoren deuten auf eine anhaltende Expansion hin. Das Risiko, dass eine weitere Straffung die Konjunktur stark beeinträchtigt, scheine damit geringer als noch im Juli.

Weiterer Zinspfad bleibt offen

Ob die EZB nachjustieren muss, hängt maßgeblich davon ab, ob der Inflationsdruck nachlässt oder sich zunehmend in der Gesamtwirtschaft verfestigt. Sollte sich der Inflationsausblick nicht deutlich verbessern oder der energiebedingte Preisschub auf andere Preise und Löhne übergreifen, sind nach Einschätzung von Wüest Partner zusätzliche Zinserhöhungen nicht ausgeschlossen.

Für die Immobilienwirtschaft ist weniger der einzelne Zinsschritt als der Ausblick auf ein insgesamt höheres Zinsniveau von Bedeutung. Die gestiegenen Zinserwartungen haben die Finanzierungskosten am Kapitalmarkt bereits erhöht. Steiner zufolge erschwert dies insbesondere Projektentwicklungen und könnte die weitere Belebung des Transaktionsmarktes bremsen.

Auch für private Haushalte verteuert sich die Finanzierung von Wohneigentum tendenziell. Entscheidend für Immobilieninvestoren sei damit weniger die aktuelle Entscheidung als die weitere Zinsentwicklung – und die Frage, ob die EZB eine längere Serie von Erhöhungen vermeiden kann.

Finanzierungskosten als Engpass für Projektentwickler

„Für die Immobilienwirtschaft bleibt entscheidend, wie sich Inflation und Finanzierungskosten entwickeln und ob die EZB eine längere Serie von Zinserhöhungen vermeiden kann“, sagt Steiner.


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