Goldvermögen der Deutschen steigt auf Rekordhoch

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Privates Goldvermögen auf Rekordniveau
Bild: KI-generiert mit ChatGPT / DALL·E
Deutsche halten Gold im Wert von über 1,4 Billionen Euro, kennen aber häufig die steuerlichen Regeln nicht.

Der kräftige Preisanstieg hat den Wert der deutschen Goldanlagen auf ein Rekordhoch getrieben. Besonders jüngere Anleger setzen stark auf das Edelmetall. Doch ausgerechnet bei den steuerlichen Regeln bestehen große Wissenslücken.

Der Wert der Goldanlagen deutscher Privathaushalte hat sich seit 2024 mehr als verdoppelt und liegt inzwischen bei über 1,4 Billionen Euro. Das zeigt die Studie „Goldinvestments 2026: Indikatoren, Motive und Einstellungen von Privatpersonen“, die das CFin – Research Center for Financial Services der Steinbeis-Hochschule Berlin im Auftrag der Reisebank erstellt hat.

Auf Gold zu Anlagezwecken entfallen demnach 907 Milliarden Euro. Dazu zählen Barren, Münzen und goldbezogene Wertpapiere. Gegenüber der Erhebung von 2024 entspricht das einem Zuwachs von rund 540 Milliarden Euro. Hinzu kommt Goldschmuck im Wert von 532 Milliarden Euro. Die Reserven der Deutschen Bundesbank beziffert die Studie auf weitere 480 Milliarden Euro.

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Haupttreiber des Wertzuwachses ist der Goldpreis. Der LBMA-Goldpreis erreichte im März mit 4.457,35 Euro je Feinunze ein Allzeithoch. Privathaushalte und Bundesbank halten zusammen Gold im Wert von nahezu 1,9 Billionen Euro. Der Anteil des Edelmetalls am Gesamtvermögen der privaten Haushalte stieg dadurch von 2,8 Prozent im Jahr 2024 auf 6,1 Prozent.

Deutsche halten 9.173 Tonnen Gold

Die deutschen Privathaushalte besitzen insgesamt 9.173 Tonnen Gold und damit fast dreimal so viel wie die Bundesbank mit 3.350 Tonnen. Auf physische Anlagen in Form von Barren und Münzen entfallen 5.464 Tonnen. Das sind 235 Tonnen mehr als 2024. Nach Berechnungen der Studie halten deutsche Privatpersonen rund 10,7 Prozent der weltweiten Goldinvestments.

Insgesamt besitzen 55 Prozent der Bundesbürger Gold als Schmuck, physische Anlage oder Wertpapier. Die Zufriedenheit der Käufer bleibt mit 92 Prozent auf hohem Niveau. Als wichtigste Motive nennt die Studie Inflationsschutz und Werterhalt. 39 Prozent betrachten Gold als langfristige Kapitalanlage und Wertspeicher, drei Prozentpunkte mehr als 2024. Rund 32 Prozent kaufen das Edelmetall gezielt als Schutz vor Inflation.

Mehr als 70 Prozent der Befragten sorgen sich vor steigenden Verbraucherpreisen. „Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Gold hat sich als eine der stärksten Anlageklassen erwiesen. Wer frühzeitig investiert hat, profitiert heute von einem Wertzuwachs, der in dieser Geschwindigkeit kaum zu erwarten war. Dass Inflationsschutz und Wertzuwachs die beiden stärksten Kaufmotive der Deutschen sind, ist kein Zufall – Gold hat beides eingelöst“, sagt Reisebank-Vorstandsvorsitzender Torsten Krieger.

Jüngere Anleger gewichten Gold stärker

Rund 15 Prozent der Befragten haben innerhalb der vergangenen zwölf Monate Gold gekauft. Im Jahr 2024 waren es noch 17 Prozent. Gleichzeitig stiegen die investierten Beträge: Lag ein Viertel der Kaufvolumina 2024 oberhalb von 2.500 Euro, waren es 2026 mehr als 4.500 Euro.

Besonders hoch fällt die Goldquote bei jüngeren Anlegern aus. Unter 34-Jährige halten durchschnittlich mehr als 20 Prozent ihres Gesamtvermögens in Gold. Bei den über 45-Jährigen liegt der Anteil unter 15 Prozent. Auf der Verkäuferseite ging die Aktivität zurück: 13 Prozent der Befragten veräußerten innerhalb der vergangenen zwölf Monate Gold, nach 17 Prozent im Jahr 2024. Insgesamt 87 Prozent der Besitzer behielten ihre Bestände.

Trotz der hohen Wertzuwächse kennt ein großer Teil der Anleger die steuerlichen Regeln nur unzureichend. Vielen ist laut Studie nicht bekannt, dass Gewinne aus dem Verkauf von physischem Gold nach einer Haltedauer von mehr als einem Jahr in Deutschland steuerfrei sind. „Die Deutschen kaufen Gold vor allem, um sich vor Inflation zu schützen und vom Wertzuwachs zu profitieren – beides vollkommen nachvollziehbare Motive. Umso wichtiger ist es, dass sie auch wissen: Wer physisches Gold länger als ein Jahr hält, realisiert seinen Gewinn in Deutschland völlig steuerfrei. Dieses Wissen gehört zur Goldanlage dazu“, sagt Reisebank-Vertriebsvorstand Dr. Tilmann Gerhards.

Über die Studie

Die Studie „Goldinvestments 2026: Indikatoren, Motive und Einstellungen von Privatpersonen“ wurde im ersten Quartal 2026 vom CFin – Research Center for Financial Services der Steinbeis-Hochschule Berlin im Auftrag der Reisebank AG durchgeführt. Basis ist eine repräsentative Online-Befragung von 2.000 Bundesbürgerinnen und Bundesbürgern ab 18 Jahren. Die Befragung wurde bereits zum neunten Mal durchgeführt und erlaubt damit eine Betrachtung im Zeitverlauf. Die Studie hat zum Ziel, die Höhe des Goldbesitzes, die Nutzung von Gold als Anlage sowie die Motive und Einstellungen zu Gold in der deutschen Bevölkerung zu erfassen und zu analysieren. Es wurde der Bestand an physischen und wertpapierbezogenen Goldinvestments sowie Goldschmuck betrachtet, ergänzt um regionale sowie einkommens- und vermögensbezogene Auswertungen.

Die Berechnung der Goldmengen und -werte erfolgte auf Basis der Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer, hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung ab 18 Jahren (Quelle: Statistisches Bundesamt, 2025). Für die Wertumrechnung wurde der LBMA-Goldpreis vom 10. März 2026 (4.457,35 Euro je Feinunze, entspricht 143,31 Euro/Gramm) herangezogen.


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