Polen führt neue Gold-Kaufwelle der Zentralbanken an

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Goldbarren versus Schmuck
Bild: KI-generiert mit ChatGPT / DALL·E
Gold hat im August ein starkes Comeback hingelegt, ist seit Monatsbeginn um rund 10 Prozent gestiegen

Zentralbanken stocken ihre Goldreserven weiter auf, während Anleger verstärkt zu Barren greifen und die Schmucknachfrage einbricht. Eine Analyse von BestBrokers zeigt, wie stark sich der Goldmarkt 2026 verschiebt – und wer die neue Kaufwelle antreibt.

Polen hat seine Position als weltweit wichtigster Goldkäufer unter den Zentralbanken weiter ausgebaut. In den ersten fünf Monaten 2026 erhöhte das Land seine Reserven um 63,6 Tonnen auf 613,85 Tonnen. Damit rückte Polen nach Berechnungen von BestBrokers unter die zehn größten staatlichen Goldhalter auf und überholte die Niederlande sowie die Türkei.

Usbekistan folgt mit Zukäufen von 32,7 Tonnen auf Rang zwei. Das entspricht mehr als dem Vierfachen der gesamten Käufe des Landes im Jahr 2025. China erwarb weitere 25,2 Tonnen und steigerte seine Bestände auf 2.331,5 Tonnen. Das Land bleibt damit der fünftgrößte Goldhalter weltweit.


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Grundlage der Analyse sind die jüngsten Reservendaten des World Gold Council für den Zeitraum von Januar bis Mai 2026. Die Bewertung der Käufe und Verkäufe erfolgte anhand des LBMA-PM-Goldpreises vom 3. August 2026 von 4.028,15 US-Dollar je Feinunze. Hierfür rechneten die Analysten die gemeldeten Tonnen in Feinunzen um und ermittelten daraus die Marktwerte in US-Dollar und Euro.

Zentralbanken beschleunigen Goldkäufe im zweiten Quartal

Insgesamt sank die Nachfrage von Zentralbanken und anderen Institutionen im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 16,5 Prozent auf 345,4 Tonnen. Hinter diesem Rückgang verbirgt sich jedoch eine deutliche Trendwende: Im zweiten Quartal lagen die institutionellen Käufe 62,4 Prozent über dem Vorjahreswert.

Auch bei privaten und institutionellen Anlegern verschieben sich die Präferenzen. Die gesamte Investmentnachfrage sank im ersten Halbjahr um 23,8 Prozent von 1.051,3 auf 801,4 Tonnen. Zugleich stieg die Nachfrage nach Barren um 25 Prozent auf 644,9 Tonnen. Barren und Münzen zusammen verzeichneten ein Plus von 20,7 Prozent.

Bei ETFs und ähnlichen Produkten zeigte sich dagegen ein Einbruch. Ihre Nachfrage fiel um 95,6 Prozent von 401,9 auf 17,6 Tonnen. Einen starken Anstieg verzeichneten die außerbörslichen Märkte: Die Kategorie OTC und Sonstiges wuchs von 57,1 auf 570,8 Tonnen und damit um 899,7 Prozent. Ein wachsender Teil des Handels findet somit außerhalb zentralisierter Börsen statt.

Hoher Goldpreis belastet die Schmucknachfrage

Das physische Angebot reagierte bislang nur verhalten auf das höhere Preisniveau. Im ersten Halbjahr stieg das gesamte Goldangebot um 2,1 Prozent auf 2.522 Tonnen. Die Minenproduktion legte um 3,3 Prozent auf 1.866,9 Tonnen zu, während das Angebot aus recyceltem Gold lediglich um 0,7 Prozent auf 699,9 Tonnen wuchs. Im zweiten Quartal ging die Recyclingmenge gegenüber dem Vorjahr sogar um 5,9 Prozent zurück.

Deutlich stärker fiel die Reaktion der Schmuckbranche aus. Der Schmuckkonsum sank im ersten Halbjahr um 20,9 Prozent auf 572,4 Tonnen. Die Schmuckherstellung verringerte sich um 18,6 Prozent auf 642,4 Tonnen. Im zweiten Quartal lag der Schmuckkonsum nochmals 17 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Der durchschnittliche LBMA-Goldpreis stieg im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 37,7 Prozent von 3.280,40 auf 4.506,30 US-Dollar je Unze. Das gesamte Goldangebot nahm im selben Zeitraum lediglich um 0,02 Prozent zu. Die Technologienachfrage entwickelte sich mit einem Plus von 1,9 Prozent auf 162 Tonnen vergleichsweise stabil.

Gold wird zunehmend zum strategischen Vermögenswert

„Die Goldrally des Jahres 2026 offenbart etwas Interessanteres als lediglich einen stärkeren Appetit auf das Edelmetall: Die Identität des Käufers verändert sich“, kommentiert Alan Goldberg, leitender Datenanalyst bei BestBrokers. Zentralbanken bauten ihre Reserven aus, Anleger bevorzugten zunehmend physische Barren gegenüber ETFs, während die Schmucknachfrage zurückgehe.

„Gold wandert vom Schmuckkästchen in den Tresor“, so Goldberg. Nach seiner Einschätzung entwickelt sich das Edelmetall bei den derzeit hohen Preisen zunehmend von einem Luxusgut zu einem strategischen Vermögenswert, das Anleger vor allem zur langfristigen Absicherung halten.


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