Hitze, Starkregen, Blow-ups: Was Haus- und Autobesitzer jetzt prüfen sollten

Deutschland im Hitzestress
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Deutschland, Hitzewelle, Hitzestress, Klimawandel

Deutschland erlebt eine der stärksten Hitzewellen seit Jahren. Die Schäden beginnen oft erst danach, wenn Gewitter, Starkregen und Rückstau folge, warnt der GDV. Was Haus- und Autobesitzer jetzt wissen müssen.

In Deutschland herrscht derzeit eine außergewöhnlich starke Hitzewelle mit Temperaturen bis 41 Grad. Örtlich drohen im Anschluss kräftige Gewitter, Starkregen und Sturmböen. Die aktuelle Lage reiht sich in einen langfristigen Trend ein: Auswertungen von Daten des Deutschen Wetterdienstes durch die GDV-Tochter VdS Schadenverhütung zeigen, dass sich die Zahl der Hitzetage mit mindestens 30 Grad seit den 1950er Jahren etwa verdreifacht hat. Seit den 1980er Jahren nimmt diese Zahl in Deutschland deutlich zu – vor allem im Osten und Süden.


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Regionale Vergleiche machen das Ausmaß der Veränderung deutlich. In Berlin stieg die durchschnittliche Zahl der Hitzetage pro Jahr von 5,4 in den 1950er Jahren auf 15,7 in den 2010er Jahren. In Speyer, dem Hotspot der Auswertung, erhöhte sich der Wert im selben Zeitraum von 9,3 auf 23 Tage. Flensburg liegt mit null bis zwei Hitzetagen pro Jahr am anderen Ende der Skala.

Die steigenden Temperaturen schlagen sich auch in der Schadenbilanz nieder. Laut GDV-Naturgefahrenreport verursachten Starkregen, Überschwemmungen, Sturm und Hagel im Jahr 2024 versicherte Schäden von rund 5,7 Milliarden Euro. Davon entfielen 2,6 Milliarden Euro auf Starkregen und Hochwasser.

Elementarschutz: Vier von zehn Häusern ohne vollständigen Schutz

Hitze selbst führt an Wohngebäuden kaum zu typischen Versicherungsschäden. Das Risiko wächst, wenn auf heiße Perioden Gewitter mit Starkregen folgen. Weil ausgetrocknete Böden Wasser schlecht aufnehmen können, läuft es oberflächlich ab, sammelt sich an tiefer gelegenen Stellen und dringt über Kellerabgänge, Lichtschächte oder die Kanalisation ins Haus ein.

In der Wohngebäudeversicherung sind standardmäßig Sturm, Hagel, Feuer, Blitz, Überspannung und Leitungswasserschäden abgedeckt. Schäden durch Starkregen, Überschwemmung und Rückstau sind dagegen nur mit einem zusätzlichen Elementarschutz versichert – das gilt ebenso für die Hausratversicherung, wenn Möbel, Elektrogeräte oder Vorräte im Keller oder Erdgeschoss durch eindringendes Wasser beschädigt werden.

Nach aktuellen GDV-Zahlen verfügen bundesweit knapp sechs von zehn Wohngebäuden über einen Elementarschutz. Rund vier von zehn Häusern sind damit weiterhin nicht gegen alle relevanten Naturgefahren abgesichert. Wer seinen Schutz ergänzen möchte, sollte das frühzeitig tun, da neue Verträge Wartezeiten enthalten können.

Hochwassercheck und Klimadaten für die individuelle Risikoeinschätzung

Zur Einschätzung des individuellen Risikos stellt der GDV ein adressgenaues Online-Tool bereit. Der Hochwassercheck bietet für mehr als 20 Millionen Adressen in Deutschland eine kostenlose und anmeldefreie Risikobewertung für Hochwasser und Starkregen. Ergänzend lassen sich über VdS standortgenaue Klimadaten auswerten – darunter die Zahl der Hitzetage, die für Fragen der Gebäudetechnik, Dämmung oder Klimaanpassung relevant sein können.

Hitze kann auch Straßenbeläge schädigen. Auf älteren Betonfahrbahnen können sich bei extrem hohen Temperaturen sogenannte Blow-ups bilden: plötzliche Aufwölbungen oder Risse im Belag, die für Auto- und Motorradfahrende gefährliche Hindernisse darstellen. Die Oberflächentemperatur des Asphalts kann dabei weit über der Lufttemperatur liegen und 60 Grad und mehr erreichen.

Kommt es durch einen solchen Blow-up zu einem Unfall, sind Schäden am eigenen Fahrzeug über die Vollkaskoversicherung abgesichert. Glasschäden können über die Teilkasko gedeckt sein. Eine Haftung der Straßenmeistereien kommt nur in Betracht, wenn ihnen eine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht nachgewiesen werden kann, eetwa wenn trotz bekannter Schäden keine Sicherungsmaßnahmen oder Warnhinweise ergangen sind.

Wichtige (Versicherungs-)Checks bei anhaltender Hitze

BereichEmpfohlene Maßnahme
GebäudeversicherungWohngebäude- und Hausratversicherung auf Elementarschutz gegen Starkregen, Überschwemmung und Rückstau prüfen. Bei neuen Verträgen auf mögliche Wartezeiten achten.
RisikoeinschätzungDen adressgenauen Hochwassercheck nutzen, um das eigene Risiko durch Hochwasser und Starkregen besser einzuschätzen.
GebäudeschutzRückstausicherung kontrollieren und Dachrinnen, Gullys, Fallrohre, Lichtschächte sowie Kellerabgänge vor möglichen Gewittern freihalten.
StraßenverkehrBei Fahrten auf älteren Betonautobahnen auf Warnschilder und sichtbare Fahrbahnunebenheiten achten und das Tempo reduzieren.
Kfz-VersicherungVersicherungsschutz prüfen: Vollkasko deckt Schäden am eigenen Fahrzeug nach Unfällen durch Blow-ups, Teilkasko deckt Glasschäden.
Quelle: GDV


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