Zwischen der Finanzierungsanfrage und der Darlehenszusage vergeht zunehmend mehr Zeit. Diese Entwicklung beobachten Maklerinnen und Makler des Immobiliennetzwerks Remax Germany. Ein Grund seien gestiegene Anforderungen der Kreditinstitute bei der Prüfung von Kreditnehmern und Immobilien.
Nach Angaben des Netzwerks prüfen Banken stärker als früher, ob eine Finanzierung langfristig tragfähig ist. Neben dem Einkommen spielen dabei die monatliche Haushaltsrechnung, regelmäßige und unregelmäßige Ausgaben, Eigenkapital, Rücklagen und die künftige finanzielle Belastung eine Rolle. Käufer müssen sich deshalb auf längere Prüfungsprozesse einstellen.
Besonders betroffen seien Freiberufler und Selbstständige, da Banken variable Einkommen intensiver prüfen. Auch befristete Arbeitsverhältnisse, Probezeiten und gestiegene Lebenshaltungskosten können die Kreditentscheidung verzögern oder zu einer Absage führen.
Banken prüfen auch die Immobilie genauer
Parallel zur Bonität des Käufers rückt nach Angaben von Remax die Immobilie als Kreditsicherheit stärker in den Fokus. Banken und Finanzierer fordern deshalb häufiger Unterlagen wie Grundbuchauszüge, Flurkarten, Wohnflächenberechnungen oder Teilungserklärungen.
Bei älteren Immobilien spielt zudem der Gebäudezustand eine größere Rolle. Entsprechend können Nachweise über bereits erfolgte Modernisierungen wichtig werden. Bei stagnierenden Immobilienpreisen oder einer unsicheren Nachfrage prüfen Kreditgeber laut Remax die tatsächliche Bausubstanz besonders genau.
„Immobilienvermittlung und die Finanzierung müssen immer enger zusammenspielen. Käufer sollten bereits vor der konkreten Immobiliensuche klären, welchen finanziellen Rahmen sie realistisch haben. Davon profitieren auch die Verkäufer, da die Finanzierung seitens der Kaufinteressenten bereits belastbar vorbereitet ist. Dadurch können Deals wieder schneller über die Bühne gehen“, erklärt Loredana Scirè, Pressesprecherin von Remax Germany.
Vollständige Unterlagen können die Finanzierung beschleunigen
Eine ausführliche Kreditprüfung könne zugleich verhindern, dass Käufer ihre finanziellen Möglichkeiten überschätzen. „Eine gründliche Prüfung der Finanzierung ist nicht ausschließlich negativ zu sehen. Sie kann verhindern, dass Käuferinnen und Käufer einen Deal eingehen, der langfristig zu knapp kalkuliert ist. Gerade angesichts hoher Kaufpreise und der langfristigen finanziellen Verpflichtungen bei einem Immobilienkauf ist eine solide Haushalts- und Finanzierungsplanung wichtig. Mit einer guten Vorbereitung lassen sich unnötige Schleifen durch die Bürokratie vermeiden“, so Scirè.
Zusätzliche Verzögerungen entstehen, wenn Unterlagen fehlen oder Rückfragen offenbleiben. Da an Immobilienfinanzierungen häufig mehrere Parteien beteiligt sind, kann beispielsweise eine fehlende aktuelle Gehaltsabrechnung oder ein nicht eindeutiger Kontoauszug dazu führen, dass die Bank ihre Prüfung zunächst nicht abschließen kann.
Remax empfiehlt Kaufinteressenten daher, die Kreditprüfung möglichst frühzeitig vorzubereiten und benötigte Unterlagen vollständig zusammenzustellen. Bei Bedarf könne dabei auch Beratung durch entsprechend qualifizierte Immobilienmakler in Anspruch genommen werden. Zum deutschen Remax-Netzwerk gehören nach Unternehmensangaben rund 150 Immobilienbüros mit mehr als 800 Maklerinnen und Maklern.












